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Tramp

 

Die See war ruhig als die HMS Victory in der Nordsee dümpelte und durch die leichte Brise trieb sie mehr vorm Wind als das sich das Schiff steuern liess. Die Mannschaft beschäftigte sich mit ihrer täglichen Routine mehr um sich abzulenken, als das es eine Notwendigkeit war. die Sonne stand schon sehr niedrig am Horizont als plötzlich Lichter am Himmel erschienen und ein Rauschen und Pfeifen die Luft zum vibrieren brachte. Die Lichter zogen einen langen Schweif hinter sich her und einige der Kometenteile explodierten noch in der oberen Atmossphäre während die ersten Brocken dicht bei dem Schiff aufs Wasser aufschlugen. Die Mannschaft war starr vor Schreck und der Komandant sprang von seinem Schreibtisch auf und stürmte aufs Oberdeck. Da im Moment kein Krieg herrschte und alle Handelsverträge aufs peinlichste erfüllt wurden um sich von jedem Verdacht des Verrats und der Untreue reinzuwaschen, hatte man ein Trainingsprogramm erarbeitet um die jungen Männer dazu zu bringen, sich zu organisieren und eine gewisse Ordnung zu halten. Der Kommandant konnte das Geschehen nicht einordnen und schrie seine Männer an sich zu bewaffnen als der Spuk auch schon endete. Da er sehr auf seinen Ruf bedacht war versuchte er seinen Autoritätsverlust durch die durch den Schreck entstandene Aggressivität zu überspielen. Die Offiziere durchschauten in diesem Moment die Absichten des Kommandanten und liessen ihn im Moment ihrer Pflicht im Stich und stellten sich vor die Mannschaft. Der geheime Bericht den die Königin erhielt, enthielt eine Beschreibung der Ereignisse und die einfache Anmerkung "der lernt das nicht mehr". Als Anlage erhielt sie mehrere Augenzeugenberichte von früheren Ereignissen dieser Art und die dadurch enstandenen Reaktionen und Geschichten. ausserdem eine Liste verschiedener Materialien und Werkzeuge um Geräte zu bauen mit denen man den Himmel absuchen sowie ein Verzeichniss verschiedener Ereignisse die man damit beobachten konnte. Der Kommandant wurde daraufhin auf einen ruhigen nicht zu aufwendig gestalteten Posten in einer Landgarnison versetzt . Die Königin behielt ihre Gedanken zuersteinmal für sich um sich nicht voreilig für etwas zu entscheiden das sich vielleicht nicht wieder rückgängig machen liess. einige ihrer Berater würden einen solchen Bericht als Affront gegen die Monarchie betrachten.

 

Altes Wissen

 

Floyd war an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr weiterging. Das was er in jahrelanger Kleinarbeit aufgebaut hatte stürzte langsam in sich zusammen und die Menschen die dazugehört hatten waren in alle Winde zerstreut worden. Floyd T. Ramp war sein voller Name und er gehörte einer Organisation an , die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, ungewöhnliche Ereignisse zu beobachten und zu dokumentieren die im Widerspruch zu dem allgemeinen Wissen standen . Viele Merkwürdigkeiten griffen immer wieder in die Natur ein und veränderten sie. Menschen mit einem stärkeren Bewusstsein konnten diese Ereignisse zwar spüren aber selten genug aufgrund mangelnder Erfahrung richtig einordnen. Unsichtbare Mächte beinflussten die Wahrnehmung und das Denken der Menschen. Da aber kein Muster erkennbar war so wie zum Beispiel die Jahreszeiten oder der Lauf von Mond und Sonne, war es schwierig Erklärungen dafür zu finden und diese zu verbreiten. Floyd hatte sein Wissen von alten Frauen und Männern erhalten die sich grösstenteils eigene Geschichten ausgedacht hatten um ihr Wissen zu verbergen und an die ihrigen weiterzugeben. Floyd sammelte diese Geschichten und bei einigen entdeckte er Gemeinsamkeiten obwohl die Geschichten völlig voneinander verschieden waren. Manchmal war es nur der Rhytmus der Sprache der ähnlich war, manchmal waren es Kleinigkeiten in der Beschreibung die sich ähnelten. Viele dieser Frauen und Männer galten als Sonderlinge bzw. in der sozialen Hierarchie eine Position die der von Medizinmännern oder Zauberern ähnelten. Er selbst war auch mental begabt. Erkannt hatte er dies als er es in seinem Dorf eines Tages mit einer Krankheit zu tun bekam, die die Vögel tot vom Himmel fallen lies. Floyd hob einige dieser Vogel auf und mehrere davon erwachten wieder zum Leben als er sie berührte. Er war sehr erschrocken und die Umstehenden machten sich zuerst darüber lustig. Nach einiger Zeit allerdings machte sich die Überzeugung breit das Floyd selbst für die Krankheit der Vögel gesorgt hatte um sich einen Vorteil bei der Partnerwahl zu verschaffen. Irgendjemand sorgte dafür das eine alte Frau davon erfuhr, die die meiste Zeit in den Wäldern verbrachte. Sie begann Floyd viele Fragen zu stellen deren Sinn er nicht erkannte. Sie befragte ihn nach den Orten die er aufsuchte , wo er schlief , ob er Bäume berührt hatte und ob er auch schon mal einen toten Menschen berührt hatte und ob sich lebende Tiere in seiner Nähe merkwürdig verhielten. Während er ihr alles erklärte und ihr seine Gewohnheiten preisgab, berührte sie viele der Gegenstände die er benutzte und strich über den Sand der Wege auf denen er sich normalerweise aufhielt. Schliesslich brabbelte sie etwas in einer ihm unbekannten Sprache vor sich hin. Als Floyd sie danach fragte , sagte sie nur das sie aus dem nördlichen Ländern kam und nicht von der Insel stammte. Viele Menschen waren mit der Königin auf die Insel gekommen weil sie an ihre Gewohnheiten gebunden waren. Sie nahm ihn danach auf einen langen Spaziergang mit während dem sie ihm ein wenig über sich erzählte. Sie stammte von einem alten Stamm ab der einige Jahrhunderte sehr isoliert weit oben im Norden gelebt hatte und sich hauptsächlich vom Fischfang ernährt hatte. Nach einigen Überfällen durch umherziehende Nomaden, wurde der Stamm zersprengt und Sie begab sich selbst auf Wanderschaft in den Süden.

 

 

Das Totem

 

Floyd bekam von ihr eine Unterweisung, die sich auf eine unsichtbare Welt bezog. Für sie hatte jedes Lebewesen und jede Pflanze eine unsichtbare Macht die sie spüren konnte. Auch andere, tote Dinge, hatten diese Macht. Floyd musste lernen das dieser Bereich seiner Wahrnehmung genauso real war wie die sichtbare Welt. Obwohl sie dies ihm unter dem Vorbehalt erklärte, das es Menschen gab die weder die sichtbare Welt noch die unsichtbare Welt erkannten. Auch die Vorgänge in der Natur erklärte sie ihm mit Worten, die sie von ihrem Stamm überliefert bekommen hatte, und über einige konnte sie schöne, bisweilen schaurige Geschichten erzählen. Das Wesen der Natur erklärte sie ganz einfach: Für jedes Lebewesen auf dieser Welt gab es eine bestimmte Menge dieser Macht, die es auch wieder abgab. Um an diese Energie heranzukommen gab es den Kreislauf der Natur. Normalerweise machte es keinen Sinn sich damit zu beschäftigen, da man kaum Einfluss auf diese Dinge hatte, aber man konnte erhebliche Probleme bekommen wenn sich an diesen zyklischen, zufälligen Ereignissen etwas gravierendes änderte.

 

Loreleys letzter Befehl

 

Eine der Geschichten die die Alte erzählte , handelte von

einer jungen Frau die irgendwann in der Vorzeit gelebt hatte und deren Geist bis Heute die Tiere begleitet. Viele hatten dieses Wesen schon kennengelernt und viele sind ihm zum Opfer gefallen. Es muss eine Abweichung in der Natur gewesen sein, die dieses Wesen geschaffen hatte. Über ihr Aussehen konnte heute niemand mehr etwas sagen, aber ihre glockenhelle Stimme in einer völlig fremden Sprache konnte man gelegentlich in den Träumen hören, wenn die Tiere ihren Geist an die nächste Generation weitergaben. Sie muss eine gewaltige Macht besessen haben, die auf einem besonderen Verständnis der Natur beruhte. Sie verstand die Sprache Tiere und war in der Lage ihnen mehr Bewustsein zu schenken als es die Natur vorgesehen hatte. Männer die ihrem Ruf gefolgt waren fand man meist in den Wäldern von wilden Tieren zerrissen. Das was man in den Träumen hören konnte lies auf eine Kriegerin schliessen die sich dem Klang ihrer Stimme nach in einem gewaltigen Kampf befand.

 

Spurenlesen

 

Die Alte erzählte auch Geschichten über Zauberer die sich in Tiere verwandeln konnten. Mehr als einmal führte sie ihm, während sie durch den Wald streiften ihre eigenen Fähigkeiten der Verwandlung vor. Sie spielten Verstecken und Floyd musste die von ihr gelegten Spuren von denen anderer Tiere unterscheiden. Sie legte ihm Spuren von Wölfen Füchsen und Katzen sowie Wildschweinen und Rehen. Tramp wurden häufiger davon an der Nase herumgeführt als er zu Anfang gedacht hatte. Vor allem dann wenn sich die gelegte Spur mit denen echter Tiere kreuzte.

 

 

Floyd hatte einen Weg (explizit und wörtlich ; Anm. des Übersetzers ) gewählt, der ihn mehr von dieser Energie aufnehmen lies als üblich. Das er sie bewusst wieder abgeben konnte, war der zweite Umstand der die Alte auf den Plan gerufen hatte. Nicht viele Heiler hatten mit dieser Art von Energie lange Erfolg, und zumeist waren es zufällige Ereignisse diese geschickt nutzten um sich damit einen Namen zu machen. Regelmässig war es auch das Umfeld, das versuchte aus diesen Vorgängen Nutzen zu ziehen. Die Alte hatte unzählige Namen und Geschichten gehört die mal so und mal so ausgingen. Sie beobachtete ihn so von Zeit zu Zeit über fast drei Jahre, wobei sie ihn gelegentlich auf seinem Weg begleitete. Auffällig war, das er sich der Natur mit einer gewissen Vorsicht näherte. Auch hatten sie ständig die Tiere die in Freiheit lebten als Begleiter, und zwar so nahe, das sie fast lästig wurden. Der Alten war dieses Phänomen zeitweise so unheimlich, das sie vor Angst zitterte. Als würden die Tiere darauf warten das sie oder Floyd im nächsten Augenblick sterben würden um dann als Nahrungquelle dienen zu können ( dem ist definitiv so ; Anmerkung des Übersetzers ). Floyd erklärte ihr das die Tiere seit jeher seine Nähe suchten und das er es aufgegeben hatte darüber nachzudenken, für ihn war es eher seltsam, das es bei anderen Menschen nicht so war. Besonders angetan hatten es ihm allerdings die Raubvögel, bei denen er sich auch auf eine interaktive Kommunikation einlies. Das Geschrei der Bussarde wenn er ihnen antwortete klang derartig traurig das ihr fast die Tränen kamen. Falken jagten bevorzugt, so schien es auf seinem Weg, denn regelmässig fanden sie an exponierten Stellen Federn, von denen er sich gelegentlich die schönsten aussuchte und zu Angelködern umarbeitete. Floyd bemerkte bei der Alten im Laufe der Zeit einige Ungereimtheiten, die nicht unbedingt für die besten Absichten sprachen, gelegentlich provozierte er daraufhin einen kleinen Streit um sie darauf aufmerksam zu machen, das dies oder jenes nicht in seinem Interesse lag. Für ihn war es als würde ein Geist sie nach etwas greifen lassen, das in ihm steckte um es für sich zu behalten. Schliesslich wurde er der ganzen Geschichte überdrüssig und beschloß, auch aufgrund des Geredes der anderen Dorfbewohner die ihn letztlich soweit auf Distanz hielten das er vom normalen Geschehen innerhalb der Gemeinschaft kaum noch etwas mitbekam, seinen Weg draußen in der Welt zu suchen.

 

 

London

 

Floyd hatte einige Monate in dieser nebligen, fast trübseligen Stadt verbracht, als er eines Tages auf dem Heimweg überfallen wurde. Ein paar Schurken hielten ihm ein Messer unter die Nase und verschwanden dann mit seiner Geldbörse. Geschockt von diesem Ereignis änderte er sein Verhalten was ihn gleich darauf ihn die nächste Falle tappen liess. Er beschloss, vorerst die Nähe der Gendarmen zu suchen, und hielt sich in den Pubs und Wirtshäusern in der Nähe der Wachstationen auf. Allerdings wusste er nicht das man es auf solche wie ihn abgesehen hatte, um sich ihrer zu bemächtigen und sie zum Dienst bei der königlichen Marine zu pressen. Nach einem Saufgelage mit einigen der Wachleute, wachte er eines Nachts mit schwerem Kopf in einer Zelle an Bord eines der Kriegsschiffe ihrer Majestät, auf. Mehrere Tage wurden Floyd und seine Leidensgenossen dann von der Mannschaft verbal bearbeitet, doch einen Vertrag bei der Marine zu unterschreiben, ansonsten würde man ihnen Kost und Unterkunft in Rechnung stellen. Und da sie alle nicht genug Geld hatten, würde man sie wohl oder übel wegen Zechprellerei der Gerichtsbarkeit überstellen müssen. Floyd wusste, das das auf alle Fälle einige Jahre Zwangsarbeit bedeutete.

 

 

 

Der Anfang ( Floyds Vermächtnis )

 

Nach den Kriegen des alten Königreiches, im Jahr 1403 der alten Zeitrechnung des alten Königreiches, erhielt ich durch einen Boten der Königin den Auftrag eine Armee von Abtrünnigen aufzustellen, die in der Lage sein sollten, falls die Königin sich nicht in den eigenen Reihen durchsetzen kann, schnell und schlagkräftig eine Revolution durchzuführen durch die das Königreich in die Lage versetzt wurde die Widersacher an den Pranger zu stellen.

Dies ist die Geschichte von vielen.

"Die Herrin wünscht kein Aufsehen, Herr"

"Ist sie bereit danach meinen Ruf wieder anzuerkennen? welchen Beweis erhalte ich für die Wahrheit, das letzte Mal war Sie auch nicht in der Lage mir Recht zu geben und es hat mich zum vierten mal mein Vermögen gekostet ein halbwegs annehmbaren Lebensstil wieder zu erlangen"

"......"

Danach war diese Geschichte für mich eigentlich erledigt und der Bote suchte jemanden anderes auf um ihn vom Wert der königlichen Wünsche zu überzeugen.

 

Ich ging also daran meine Geschäfte wieder aufzunehmen um im interplanetaren Handel ein bischen Geld zu verdienen, mit dem ich meine Frachterflotte wieder instandsetzen konnte. Das erste Geschäft was mir von der Gilde angeboten wurde, führte mich nach Ruslan wo ich Holz für die freien Republiken der Katolen einkaufte. Das angebotene war nicht einmal das Geld für den Treibstoff wert, aber der Emir der katolischen Republiken erklärte mir wortgewaltig den Zweck des Handels: "Herr, der Kanzler unseres wunderschönen mächtigen Reiches hat beschlossen den Armen dieses Holz als Bauholz zur Verfügung zu stellen, damit sein Ruhm in der Geschichte noch vermehrt werde" . Nachdem wir beide eine Flasche irischen Whiskey geleert hatten, willigte er ein den Auftrag dahingehend zu ändern, das ich fertige Häuser liefern sollte, was mir einen erheblichen Gewinn einbrachte. (fast 2 Milliarden Credits). Damit war ich wieder in der Lage meine Geschäfte im interplanetaren Handel aufzunehmen und liess die ersten beiden Raumfrachter auf den neuesten technischen Stand bringen. Ionenantriebe für Unterlichgeschwindigkeit, Nuklearbeschleuniger für Überlichtgeschwindigkeit sowie einige Waffensysteme um auch die nicht der Koyahaga Handelsorganisation angehörenden Systeme anfliegen zu können.

Am Raumhafen traf ich im Charterbüro eine junge Dame, aufgrund ihres verwahrlosten Ausssehens in mitten des organisierten Chaos kaum auffiel.

".....darf ich der jungen Dame helfen?"

"Hm, ich muss zu einem Planeten im alten Erdensystem um meine Familienangelegenheiten zu regeln und suche eine Mitfluggelegenheit gegen Arbeit, da ich kein Geld hab; Ich bin ausgebildete Pilotin für Alpha-Klasse Raumschiffe und Navigatorin mit Nexus7 Zulassung."

"Wann kanns losgehen? Ich hab drei alte Raumfrachter die nicht umgerüstet sind und die noch auf Piloten warten "

"Meinetwegen sofort"

Da ich die Ausbildungsvorraussetzungen kannte, war das Risiko aufgrund der Handelsvereinbarungen und der automatischen Rückführungssysteme relativ gering, und ein Frachter der fliegt, macht wenigstens Werbung.

"Dann suchen wir jetzt nach Fracht für das System"

Als ich das Comp nach einer geeigneten Fracht durchstöberte fielen mir ausser ein paar Sammel-Frachtanforderungen zum Mars keine weiteren Eintragungen in das alte Erdsystem auf. Ich quittierte die Frachtanforderung mit einem Preis weit unter dem ueblichen und wendete mich dann meiner neuen Pilotin zu

"Wie wollen wir den Vertrag gestalten, du fliegst einen Kurs ausserhalb der Automatik Routen damit das ganze schneller geht, lieferst die Fracht ab und besorgst vor Ort die nächste Fracht davon erhälst du dann 1% und Ausserdem weise ich deinen Lohn auf der Erde an und erhältst hier einen Vorschuss um deine persönlichen Dinge zu regeln. Willst du danach woanders hin? oder wieder zurück?"

"Ups, das geht aber schnell. Also erstmal, ich heisse Lena " sie streckte mir etwas eigentümlich die Hand entgegen " Ich hab keinen Plan , da ich auf der Erde meine Eltern und Geschwister beerdigen muss und danach eigentlich noch nicht weiter weiß, vielleicht tatsächlich wieder zurück."

"Dann stelle ich eine Befrachtungsvollmacht für die Delphin aus, dann kannst du dir das alles überlegen während du fliegst, ich mach den Laden gerade erst wieder auf und du kommst wie gerufen"

Während ich noch redete holte Sie den Emitter mit den notwendigen Pilotenlizenzen heraus so das ich die Daten einfach in meine Buchhaltung überspielen konnte.

Im gleichen Augenblick klingelte auch schon die Ladekontrollbestätigung für den Beginn der Ladezeit.

"Hat du schon gegessen? " Sie schüttelte nur mit dem Kopf und ich fand es an der Zeit die alte Dame Li mal wieder zu besuchen. Ich öffnete dem Mädchen, das maximal 22 Jahre alt war, die Tür und wir verliessen dann den Raumhafen in Richtung Nomad-City. An die englischen Namen der Städte hier im Surayasystem werde ich mich wohl nie gewöhnen. Das Königreich, oder das was man als das alte Königreich bezeichnete, war im 20ten Jahrhundert des alten Erdsystem entstanden und hatte sich im 21ten Jahrhundert aus den Monarchien der Erde gebildet um den politischen Organisationen den Boden zu entziehen. Das was dann folgte war ein beinahe 40 Erdenjahre dauernder Krieg mit mehr oder weniger schweren Waffen in dessen Folge die ersten ueberlichttauglichen Raumschiffe gebaut wurden. Es dauerte nicht lange bis die ersten erdähnlichen Systeme besiedelt wurden und damit der Argumentation der Politiker durch andere Fakten ein Ende setzten. Trotzdem wurden sowohl politische Denkweisen, als auch die Monarchie, auch nach der Flucht von der alten Erde, mangels eigener Ideen, in vielen Systemen weitergefürt (wohl auch weil man Hemmungen hatte sich der führenden Köpfe durch simples ermorden zu entziehen).

Jedenfalls kam ich durch die Kriegswirren zu meinem ersten Raumschiff, und durch den Handel mit Werkzeugen und anderem was die Siedler so brauchten zu meinem ersten Vermögen. Auf der Erde selbst siegte dann die Monarchie, und die Monarchien wurden im alten Stil des Commonwealth wieder vereinigt und damit die alten Handelsregelungen wieder eingeführt. Durch die eigentümlichen Wert- und Eigentumsvorstellungen der Königin Francesca, die ich durch die Handelsgeschäfte und den damit verbundenen Gesellschaftlichen Verpflichtungen auch persönlich kennen lernte, verlor ich bereits viermal mein gesamtes Vermögen und ein paarmal mehr auch beinahe mein Leben, aber was muss man nicht alles tun um sein eigenes mickeriges Leben so angenehm und interessant wie möglich zu gestalten. In diesem Zusammenhang war es nicht unüblich das sich arbeitslose Piloten in der Nähe von Charterbüros herumtrieben .

Bei Madame Li gab es dann erstmal Garnelen in Curry mit Chinakohl und Soja gedünstet auf Reis dazu chinesisches

Vanille-Zimteis als Nachtisch .

Danach fuhren wir zurück zum Zubringer für den Orbit-Raumhafen . An Bord der Delphin gab ich ihr eine kurze Einweisung in die Instrumente und Steuereinheiten und ließ sie ein paar Runden um die Sonne fliegen um ein Gefühl für das Schiff zu bekommen, ausserdem speicherte ich ihr Profil in die bordeigenen Robots , die ausser den Reparaturen am Schiff auch Schutzfunktionen bei Überfällen übernahmen (in den meisten Fällen verfrachteten sie die Mannschaft in eine Rettungskapsel die sich dann mit Überlichtgeschwindigkeit vom Raumschiff entfernt und das nächstgelegene System mit einem Raumhafen ansteuerten). Da dieser Flug nur ungefähr eine Woche dauern würde, konnte sie das Schiff allein fliegen.

Nachdem sie mich an der Orbitstation abgesetzt hatte, sah ich noch zu wie die Delphin im Raum verschwand und kehrte dann auf die Oberfläche von Coors zurück und begann im Charterbüro die Frachtanfragen durchzugehen fand aber nichts interessantes und ging erstmal zu Bett.

Als ich aufwachte hatte ich höllische Kopfschmerzen und konnte mich kaum bewegen, ausserdem konnte ich nichts sehen, was wie ich erst langsam realisierte, an einer Augenbinde lag. Man hatte mich, während ich schlief, betäubt und gefesselt und wie ich am Geruch von Kloake und anderen Abfällen feststellte, an einen anderen Ort verfrachtet. In der Nähe hörte ich die Stimmen von drei Männern, die offenbar Poker spielten. Allmählich hörte der Schmerz in meinem Kopf auf und ich bekam auch mein Gefühl in den Händen zurück, ich war mit einfachen Handschellen gefesselt. Solange ich mich nicht bewegte waren die Fesseln nicht sehr schmerzhaft. In meinem Hirn spulte ich alle meine Untaten ab um, bevor man mich in die Mangel nahm, schon mal auf den Urheber dieser Situation zu kommen. Mir fiel aber keine Untat meinerseits ein, die ein solches Vorgehen rechtfertigte. Auch eine Entführung zum Zweck der Erpressung schied aufgrund der neuen Gesetze zum Geldverkehr aus, da es kein Bargeld mehr gab und die Wertvorstellungen aufgrund eines einheitlichen Lebensstandards sich in erträglichere Bereiche als im 20ten Jahrhundert, verschoben hatten. In meine Gedanken tropfte langsam das Klacken hoher Absätze die zielsicher auf mich zustrebten. Direkt vor mir hörte das Klacken auf, und zwei Hände machten sich an meiner Augenbinde zu schaffen. Es dauerte eine Weile bis ich mich an das Licht gewöhnt hatte, und was ich dann sah, erstaunte mich . Vor mir stand etwas, das entfernt an eine menschlich Frau erinnerte aber von Kopf bis Fuss mit Schlangenhaut bedeckt war , aber nicht als Anzug, sondern als Haut. Sie musterte mich etwas skeptisch mit ihren mandelförmigen Augen die in einem etwas zu schmalen Kopf saßen. Mit einer feinen, sehr ziselierten Stimme sprach sie halb mit mir, halb mit sich selbst

"Das ist also ein Experte für intergalaktische Kommunikation und Hyperraumflug, man hat ihn doch wohl nicht mißhandelt?"

Sie legte mir sofort einen Finger auf den Mund so das ich nicht antworten mußte.

"Ich habe einen Auftrag für euch, der, wenn ihr ihn nicht ausführt euch garantiert das Leben kostet, und der, wenn alle meine Agenten ihr Ziel erreichen eine galaktische Katastrophe verhindert. Ich habe gehört ihr habt zwei Raumfrachter aufgerüstet, um unabhängiger von den Koyahaga Systemen Handel treiben zu können. Ich hätte an eurem Zielort eine Fracht für euch, die in das Andamar System gebracht werden müßte."

Hätte ich mir denken können, das die Handelsgesellschaft mein ausgewertetes Profil verkauft bzw. das dort auch die Informanten der freien Organisationen ihre Spione haben.

"Nachdem das "was" geklärt ist, wer bezahlt das und wie soll ich mit den Fesseln fliegen"

Sie zischte etwas in die Richtung der Kartenspieler worauf einer der vier aufstand und mir die Handschellen abnahm.

 

 

Lenas Reise

 

Nachdem die neue Pilotin das Coors System verlassen hatte, begann für sie der Pilotenalltag. Syteme kontrollieren, Kurse mit dem Meteoritenscanner überprüfen, Sprungkoordinaten festlegen und die Wartungsroboter auf ihre Prioritäten festlegen. Während der Ruhezeiten hing sie ihren Gedanken nach, die aufgrund der Umstände unter denen ihre Familie ums Leben gekommen war, völlig durcheinander waren, und ein verzerrtes Abbild der realen Ereignisse verursachten. Der Chef des Frachters den sie flog erschien ihr beinahe wie eine Lichtgestalt. Während des vier Tage dauernden Fluges beruhigten sich ihre Nerven aber wieder, so das Sie etwas klarer in die Zukunft blickte. Der Kurs den sie festgelegt hatte, brachte den Frachter eine Woche schneller ans Ziel als die automatischen Routen, die von Raumstationen aus ferngelenkt wurden. Als Sie den Orbit erreichte, wurden sofort die Frachtshuttles angedockt die dann den Transport auf die Erde übernahmen . Sie suchte am Comport nach weiterer Fracht für die Delphin, und stellte eine Verbindung zu ihrem Emitter her, damit Sie sofort Nachricht bekam falls ein Transportauftrag einging. Sie rechnete, das sie nur etwa einen Tag brauchte um die Formalitäten zu erledigen, und hoffte das bis dahin der nächste Auftrag sie wieder aus dem System führen würde. Sie hätte nie gedacht das Sie einmal auf die Erde zurückehren , und , was das schlimmste war, ihre Familie die Sie im Stich gelassen hatte, nocheinmal wieder zu sehen. Im Shuttle, der Sie zur Erde brachte, sortierte Sie die Papiere und harrte der Dinge die da kommen würden.

 

 

Die Wal

 

Nachdem die Schlangenfrau die Männer weggeschickt hatte setzte sie sich an den Tisch auf dem noch die Karten lagen, und bedeutete mir mich ebenfalls zu setzen.

"Der Auftrag den ich für euch habe, setzt ein bischen mehr Erfahrung voraus, da ihr mich zu einer anderen Galaxie bringen sollt, in der nur ein einziger Planet von Menschen besiedelt ist, und das bisher unbemerkt von den dortigen Lebewesen, die wenn man es in eure Sprache übersetzt, so etwas wie "die Lords" genannt werden.

Das eigentliche Problem ist, das die Menschen die dort angesiedelt sind, einer Technologiesekte angehören, die wenn sich niemand findet der sie warnt, den Lords eine Technologie verschafft, mit der sie die gesamte Galaxie versklaven könnten. Da wir Skyns aber nicht in Erscheinung treten wollen, suchen wir jemanden mit einer halbwegs glaubwürdigen Legende, der den dortigen Führern die Situation vermitteln kann, und die Evakuierung vorbereitet. Außerdem muss er sich gegen Angriffe einiger dort patroulierender Banden zur Wehr setzen können. Den Auftrag erhaltet ihr im übrigen nicht von mir, sondern von der Königin Francesca, der die Verantwortung für eure wirtschaftlichen Missgeschicke durchaus bewusst ist. Mich nennt man übrigens Shyana und ich soll euch auf dieser Reise als Beobachterin und Ratgeberin begleiten, denn die Skyns haben sehr konkrete Erwartungen von den politischen und sozialen Folgen dieses Manövers.

Mir blieb im Geiste der Mund offen stehen, und konnte das eben gehörte gar nicht so schnell verarbeiten. Während mein Kopf sich wie ein mit Helium gefüllter Ballon anfühlte, stand sie auf und zog sich einen langen Mantel an der auf einem der Stühle gelegen hatte, setzte die dazugehörige Kapuze auf und streifte sich ein paar Handschuhe über. "Andiamo mi Amigo". Sie öffnete die Tür um den Raum zu verlassen. Wir befanden uns direkt neben der Orbitshuttle Station und Sie strebte sofort auf den nächsten Shuttle zu. Dort fielen mir auch die vier Männer wieder auf, die das Shuttle bei unserem Anblick sofort öffneten, so das wir ohne Verzögerung über die Laderampe in das Shuttle gelangten. Sie gab die Koordinaten für die "Wal" ein und schlug, nachdem sich die Ladeluken geschlossen hatten, ihre Kapuze zurück.

"Ich habe Kleidung und Essen an Bord bringen lassen, so das es nicht nötig sein wird, vor dem Erreichen des Andamar Systems eine Raumstation aufzusuchen."

Im gleichen Augenblick in dem ihre Worte endeten hob der Shuttle ab und als ich mit dem Kopf gegen das Schott schlug glaubte ich in Shyanas Gesicht ein leichtes Lächeln zu erkennen. Als ich aus meiner Bewusstlosigkeit erwachte befanden wir uns schon im Orbit, und ich konnte die Wal das erste mal ausserhalb des Raumdocks sehen. Ihr Aussehen hatte sich, bis auf das Sie etwas bulliger wirkte, kaum verändert. Die ausfahrbahren Antriebe waren in den letzten zehn Jahren so weit optimiert worden, das sie in die herkömmlichen Triebwerksschächte passten und das, obwohl sich jetzt zusätzlich zu den normalen Triebwerken auch noch der Überlichtantrieb dort befand. Ausserdem waren die Aussenhäute verstärkt und dahingehend verändert worden, das bei stärkeren Schäden eine Reparaturflüssigket austrat deren Fliesseigenschaften es möglich machten, die Hülle abzudichten und dabei die Form der Aussenhülle nachzubilden. Auf ein elektromagnetisches Signal hin wird die Flüssigkeit fest und der Rumpf erhielt seine Eigenschaften zurück.

Der Shuttle dockte automatisch an und Shyana versetzte mir einen leichten Tritt in meine Fassungslosigkeit was wohl bedeutete das ich jetzt die Führung übernehmen sollte. Die Schleuse des Shuttles und der Wal öffneten sich gleichzeitig und wir stiegen nacheinander hinüber in das Schiff. Mit dem Geruch kamen mir alte Erinnerungen wieder zu Bewusstsein, der erste Raumflug brachte mich weit von dem Planeten weg, auf dem ich geboren wurde. Einmal hatte ich sogar die gesamte Galaxie am äussersten Rand umrundet, um den Kriegswirren aus dem Weg zu gehen und Flüchtlinge von einem der am übelsten betroffenen Systeme in eine ruhigere Gegend zu bringen. Durch den Dienst bei der Königin hatte ich einige Defizite bei meinen Geschäften nicht so ganz kompensieren können und jetzt baute ich mein Geschäft zum fünften Mal wieder auf. Irgendwie schienen meine Geschäfte und die der Königin nicht zusammen zu passen, oder gerade doch. Besser ich machte mir darüber nicht allzuviele Gedanken. Ich zeigte Shyana ihr Quartier und ging dann in die Zentrale Steuerung um den vom Shuttle angedockten Versorgungscontainer an Bord zu nehmen. Die einzelnen Waren waren in kleinere Container verpackt und mit den Standardcodes addressiert so das sie automatisch an die einzelnen Stationen verteilt wurden. Danach machte ich mich auf den Weg in die Pilotenstation drei Decks tiefer. Ich musste meiner neuen Pilotin eine Nachricht hinterlassen, falls Sie tatsächlich weiterfliegen wollte. während ich das erledigte, trat Shyana ein und spickte bei mir über die Schulter, wobei sie wie zufällig die Sendetaste mit der Hand blockierte.

"Das ist jemand den ich nicht kenne und der auch nicht in dem Profil erscheint welches ich von euch habe"

Der Punkt ging an die Königin.

Sie entfernte aber dann die Hand von der Sendetaste und ich konnte Lena die Nachricht hinterlassen. Dann fertigte ich noch ein Script für meine Sekretärin an wie mit den Geschäften weiter zu verfahren war. Die Orca war das zweite umgerüstete Schiff in meiner Flotte und blieb in Reserve, die beiden anderen, die Einhorn und die Marlin setzte ich als Automatikschiffe auf die Charterlisten, mag sich damit vergnügen wer Facht hat.

 

 

Auf der Erde

 

Lena saß einem Terminal gegenüber auf dessen Bildschirm das Testament und die Vermögensauflistung ihrer Eltern auf ihre Bestätigung warteten. Nachdem Sie ihren Namen und die zu der Nachricht über den Tod gehörende Codenummer eingegeben hatte, erschienen zuerst die bei der Testamentsaufstellung angefertigten persönlichen Nachrichten ihrer Eltern und dann das ärztliche Gutachten über die Todesursache, sowie ein paar Nachrichten über den Unfall, bei dem ihre Eltern ums Leben gekommen waren. Mitten in der Nacht als die beiden in ihrem Wochenendhäuschen schliefen, verlor ein Shuttle eins der Triebwerke und stürzte auf die kleine Siedlung für Senioren . Zweiundreißig Menschen starben sofort, und fünfzehn wurden verletzt. Nachdem Lena mit ihrem Emitter ihre Identität bestätigt hatte, verlöschte ganz langsam der Bildschirm und das Raumlicht wurde wieder auf normale Helligkeit gestellt. Sie erhob sich und verließ das Gebäude der Beerdigungsgesellschaft. Vor der Tür stellten sich die ersten Tränen ein, und sie setzte sich auf eine, in dem kleinen Park vor dem Bürogebäude aufgestellten Bänken, um sich ersteinmal zu sammeln. Ihre Eltern hatte sie verlassen als Sie vierzehn war, wegen unüberwindlicher politischer Differenzen, wie sie es nannte. Sie hatte sich einer Politsekte angeschlossen deren Program aus dem 20ten Jahrhundert stammte und deren reichste Mitglieder einen Planeten gekauft hatten um dort ihre Vorstellungen von einer Zivilisation zu verwirklichen. Nichts aufregendes eigentlich, aber dann kam der Krieg und verschiedene Gruppen versuchten den Planeten zu anektieren und weil es eigentlich nichts zu anektieren gab ausser ein paar landwirtschaftlichen Einrichtungen und zweihunderttausend Einwohnern, verloren sie regelmässig das Interesse. Allerdings wurden genauso regelmässig die Vorratslager geplündert was zu mehreren Hungersnöten führte bei denen dann vor allem Kinder starben. Mit achtzehn erhielt sie dann die Erlaubnis sich zur Raumpilotin ausbilden zu lassen und versuchte ihr Glück dann bei mehreren Raumfrachtgenturen, aber mehr als einzelne Aufträge war nicht drin, und das sie bei der Tramp Company gelandet war, hatte sie jemandem zu verdanken mit dem sie sich ein paar Nächte in den Vergnügungsvierteln von Coors herumgetrieben hatte. Eine etwas sonderbare Lady, aber mit einem eindeutigen Sinn für Stil. Von ihr hatte sie den Tipp bekommen , sich da mal umzugucken.

Ihre Erbschaft betrug nun etwa einhunderttausend Credits plus ein Stück verwüstetes Land, auf dem ihre Eltern gestorben waren. Sie stand von der Bank auf und ging langsam und nachdenklich zum Raumhafen zurück. Sie hatte aus den Augenwinkeln einen Schatten bemerkt, konnte das gesehene aber nicht einordnen. In diesem Augenblick machte sich ihr Emitter bemerkbar und zeigte eine Charteranfrage an blabla melden sie sich an der Terminaladdresse sowieso bei blablabla so das sie nun ihr erstes Ziel nach der Verabschiedung von Verantwortung und Familie in Angriff nahm.

 

 

Eis

 

Das Tramp Company Raumschiff Wal war jetztauf dem Weg die Galaxis zu verlassen um die Gravitationsgezeitenzone zu erreichen. Dort befanden sich die Gravitationswirbel die früher von Mathematikern als Zeittunnel oder Wurmlöcher bezeichnet wurden. Die dort stattfindenden Ereignisse waren zwar nicht ganz so mächtig wie angenommen, man erreichte aber mit den neuen Antrieben auch bei schwächeren Wirbeln eine Absolutgeschwindigkeit weit über Licht. Wenn man die Gezeitenwirbel nahe des Zentrums ansteuerte, ergaben sich nach mehreren Sprüngen von Wirbel zu Wirbel die notwendigen Anfangsgeschwindigkeiten um sogar andere Galaxien zu erreichen. Die ersten Raumpioniere erreichten Lichtgeschwindigkeit zwar auch, aber eher als unbeabsichtigtes Nebenprodukt geschickter Navigation. Wenn man nicht aufpasste landete man in Raumzonen die man nur mit viel Geduld wieder verlassen konnte und mit Pech drehte man sich einige Jahrhunderte im Kreis, bevor das Schiff wieder freigegeben wurde. Es gab mittlerweile Raumarchäologen und Schatzsucher die nach solchen Unfällen im Raum suchten. Durch die neuen Antriebe, die das Schiff auch ohne Wirbel innerhalb von wenigen Tagen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit brachten konnte man sich heute etwas mehr Entspannen. Auch die Raumnavigation war durch Leuchtfeuer im Zentrum der meisten Wirbel einfacher geworden. Allerdings gab es auch von den Theoretikern nicht erdachte Zeitereignisse die weniger angenehm waren und nicht vorhersehbar, plötzlich hereinbrachen. Davon konnte man aber noch keine Zeugnisse finden, vielleicht wurde man davon auch ans andere Ende des Universums katapultiert. Solche Schiffe verschwanden einfach. Die Wal hatte nun den 20ten Sprung hinter sich und befand sich ungefähr 100 Lichtjahre über dem letzten zur Milchstrasse gehörenden System. Die Absolutgeschwindigkeit war nun durch den Wirbel so groß das man in 6 Monaten , wenn nichts dazwischenkam und man keinen Fehler machte, auf diesem und anderen Wirbeln einmal rund um die Milchstraße reiten konnte, aber das war ja nicht unsere Absicht. Ich suchte nun nach einem Energieabfluss in die Bereiche zwischen den Galaxien, wo der Druck der Galaxien zu Raumbewegungen führte die ein Raumschiff auf diesem Weg durch den Raum bewegte und sogar bei geschickter Angleichung der Feldgeneratoren die in das Raumgefüge eingriffen, Schwerkraft erzeugten. Ich hatte das schon ein paarmal gemacht, um Fracht zu verstecken hatte mich aber nicht sehr weit von der Milchstrasse entfernt. Es gab aber seit etwa zwanzig Jahren jede Menge unauthorisierter Daten von Raumreisen auf diesen Raumkanälen, so das man, wenn man es wollte oder es aus irgendwelchen Gründen musste ca 23tausend Galaxien erreichen konnte oder zumindest den Raum nahebei. Das Einfliegen in die Wirbel der Galaxien war dann durch energetische Scanner zuverlässig möglich, machte aufgrund der Menge an Systemen wenig Sinn. Besser war es, man wusste genau wo man hinwollte und konzentrierte sich darauf, denn die Energiereserven der meisten Raumschiffe waren nicht für allzuviele Experimente innerhalb von Planetensystemen geeignet, oder ganz einfach je langsamer man flog, desto mehr Energie wurde verbraucht. Die Skynfrau (falls es eine Frau war) übernahm die Navigationsberechnungen und war damit täglich mehrere Stunden beschäftigt und ich konnte mich mit den neuen Waffensystemen vertraut machen. Die heutigen Waffensysteme waren so variabel, das man sie wie chirurgische Instrumente einsetzen konnte. Zur neuen Bewaffnung gehörte ein Desintegrator mit einer Leistung, das man einen kilometergrossen Meteoriten auflösen oder falls man seine Energiereserven auffüllen wollte, einem Kometen das Wasser oder nur den Wasserstoff entziehen konnte. Man setzte diese Geräte auch als Bergbauhilfe ein, aber im Prinzip gab es, nachdem man diverse Brocken die im Raum umherschwirrten in ihre Bestandteile zerlegt hatte, genug Rohstoffe für die nächsten tausend Jahre. Man brauchte das Zeug nur bei den Weltraumlagern abzuholen und die Minengesellschaften wurden damit einfache Lagerverwaltungen die kaum noch Kosten hatten aber riesige Gewinne einbrachten, denn wenn man nicht verkaufen wollte, stiegen garantiert die Preise und durch die Lager konnte man bei Bedarf billiger und schneller anbieten als etwaige Konkurrenz. Aber dadurch gab es häufiger mal Fälle von Piraterie die durch die Überwachungsmethoden der Koyahaga Gesellschaft meist aufgeklärt wurden. Oft dienten die Überfälle dazu verfehlte Kalkulationen abzudecken, und da man für die Posten von Geschäftsführern und Buchhaltern Menschen mit einem bestimmten Verhalten aussuchte, waren die Übeltäter leicht zu finden. Die Desintgratoren waren zwar nicht unbedingt die schnellsten Waffen, hatten sich aber als Verteidigungsmassnahme bei stationären Raumflügen bewehrt und durch die automatischen Zielerfassungssyteme schon manchen Überraschungsangriff verhindert, außerdem liessen sie sich für Flüge durch Meteoritenfelder so konfigurieren das sie entlang der von der Feldspule des Impulsantriebs erzeugten Feldlinien einen Schutzschild aufbauten durch den keine Materie eindrang. Die konventionelleren Waffen waren einfache Laser die für schnelle Angriffe taugten, sowie Hochdruckkanonen mit Explosivgeschossen aus Zweikomponenten-Sprengstoff die in dem Augenblick erzeugt wurden wo sie gebraucht wurden. Die Benutzung war zwar nicht ungefährlich aber da sich die Kanonen ausserhalb der Hülle befanden und die Kanonenfundamente gepanzert waren, war das Risiko das Schiff bei einer Explosion zu verlieren, relativ gering. Die Gespräche zwischen der Skynfrau und mir gingen über sachliche Dinge nicht hinaus, Kurse festlegen, das tägliche Essen, Wartungsroutinen und so weiter. Schliesslich fertigte sie ein Skript an das mich die nächsten zwei Wochen beschäftigen würde. Mir waren schon die Veränderungen in ihrer Statur aufgefallen und sie erklärte mir das sie ihre Methamorphose zur erwachsenen Skynfrau auf dem Schiff erleben würde und das Sie sich dafür in ihre Kabine einschliessen würde. Sie beschrieb mir ihr Aussehen und den Character den sie haben würde wenn sie ihre Kabine wieder verlassen würde und erschien dann am nächsten Morgen nicht zum Dienst. Ich hielt mich so lange an das von ihr angefertigte Skript. Das ich mich ohne erkennbaren Widerstand in mein Schicksal gefügt hatte, hatte den einfachen Grund das ich bereits früher mit dieser Form des Beauftragens von nützlichen Personen Bekanntschaft gemacht hatte. Das Ganze war nicht so dramatisch wie die Auftritte der einzelnen Personen und im allgemeinen erhielt man nach Abschluss der "Operation" sein Geld und konnte ohne ideologische Verenkungen seinen eigenen Geschäften nachgehen. Im grossen und ganzen war es eine Ehre an solchen Operationen teilnehmen zu dürfen und man war ganz nahe an den politischen Ursprüngen der Geschichtsschreibung; Krieg Da und da weil Der und der Das und das gesagt hat. Allerdings machten solche Informationen auch einsam, denn an den allgemeingültigen Diskussionen konnte man sich kaum noch beteiligen, weil man das entsprechende Hintergrundwissen hatte und ständig in der Angst lebte sich zu verplappern und dann als Lügner oder Spinner diffamiert zu werden. So eine Lebensweise prädestinierte geradezu zum Betrieb einer Chartergesellschaft für Raumfrachter. Das Schiff bewegte sich jetzt mit Überlichtgeschwindigkeit zwischen den Galaxien auf seinen Bestimmungsort zu und ich musste mich auf die Angaben meiner Begleiterin verlassen. Die Zeit die ich nicht in der Pilotenkanzel verbrachte füllte ich mit Trainingseinheiten für die Zeit nach dem Raumflug und Zielübungen mit den Handfeuerwaffen aus. Shyana war sehr schweigsam was ihre Mission betraf und ich bereitete mich innerlich auf das schlimmste vor. Shyana war jetzt den dritten Tag eingeschlossen in ihrer Kabine, da fiel mir eine Anzeige ins Auge die ich normalerweise kaum beachtete. Diese Anzeige bedeutete unter Umständen das schlimmste was einem Raumfrachter passieren konnte. Eis. Die intergalaktischen Staub und Gaswolken enthielten eben ausser Staub und Gas auch immense Mengen an Wasser. Und diese Anzeige leuchtete nun auf. Raumschiffe die sich mit hoher Geschwindigkeit durch den freien Raum bewegten sammelten die umherschwirrenden Wassermoleküle wie ein Staubsauger auf und mit der Zeit bildete sich ein Eispanzer. Im Normalfall war das nicht weiter dramatisch denn wenn man sich wieder im Normalraum befand liess sich dieser Panzer absprengen und die Bruchstücke als Treibstoffkomponente von den Konvertern aufbereiten. (Viele der ersten Raumfrachter hatte man wahrscheinlich so verloren und diese irrten jetzt als neue Kometen durchs All.) Aber da sie nun eine längere Strecke durch den Raum vor sich hatten und die Geschwindigkeit nicht verringern durften bevor sie die Sprungkoordinaten erreicht hatten, konnte die Situation für sie gefährlich werden. Also musste ich mir etwas einfallen lassen. Ich stellte das Logbuch so ein, das ab jetzt alle Aktionen an Bord automatisch aufgezeichnet wurden, dann programmierte ich die Desintgratoren so, das das Feld sich dicht über der Raumschiffhülle befand. Das Wasser wurde so flüssig gehalten. Ich pumpte einen Teil ab um die Schiffsvorräte zu ergänzen, vielleicht konnte man das Wasser auch als Handelsgut gebrauchen. Ich rechnete die Sprungkoordinaten mit dem höchstmöglichen Gewicht durch und stellte die Pumpen so ein das sich das Wasser zwischen der Antriebs- und der Kommandozelle sammeln könnte. Wir konnten so viel Wasser aufnehmen das die Ladekapazität ausgereizt war. Immerhin hatte sich in der kurzen Zeit schon so viel Wasser angesammelt das man damit ein kleines Meer erzeugen konnte. Solche Kleinigkeiten lernte man mit der Zeit zu beachten und zu nutzen auch dann wenn es nichts brachte. Wasser zum Beispiel war ein knappes Gut auf vielen Planeten. Wenn die Sprungkoordinaten erreicht waren sollte ein stärkerer Impuls aus den Desintegratoren einen Teil des Wassers verdampfen und so den Eispanzer absprengen, geladen hatten wir dann noch 15 Millionen Kubikmeter reines Wasser.

 

 

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