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Im Andamar System

 

Rechtzeitig zum Ende der Eiszeit kam auch Shyana wieder aus ihrer Kabine und mit ihr ein intensiver fast wiederwärtig schöner Geruch der den gesamten Kommandoteil des Schiffes ausfüllte. Ich dachte mir schon das das Problem nicht in der Problematik an sich lag sondern eher eine Sache des Timings war. Shyana war menschlicher geworden, so hatte sie es mir auch erklärt. Der Metamorphosezyklus der Skyn passt sich an den jeweiligen Partner der Skyns an. Durch die Metamorphose waren die Skyn in der Lage sich an die unterschiedlichsten Lebensbedingungen anzupassen. Sie gefiel mir gut. Wie aus dem Katalog bestellt. Das Andamarsystem war eine Kugelhaufengalaxie mit etwa 1 Million Sonnen und dementsprechend weit verstreuten Planeten die noch nicht alle besiedelt waren. Die "Lords" befanden sich in der Anfangsphase des Raumflugs, hatten aber nicht die ideologischen Probleme der Erde , so das diese Phase bereits 190 Erdenjahre dauerte. Trotzdem stellten die Siedler von der Erde ein Problem dar, da sie über technologisches Wissen verfügten das es den "Lords" ermöglichen würde ihre Galaxis zu verlasen und vielleicht sogar, da es dem Profil entsprach, mit der menschlichen Rasse einen Krieg anzufangen. Das war zwar etwas womit man unter Menschen rechnete, aber bisher waren wir kaum Spezies begegnet denen man so etwas zutrauen könnte. Shyana hatte mir ein Dossier in Erdensprache gegeben dem alles wissenswerte über die "Lords" und die Technosekte stand. Die Lords waren zwar Humanoide aber sie hatten außer einem Endoskelett noch eine starke Panzerung die sich aus Hautzellen bildet. Ursache dafür waren die Lebensbedingungen auf ihrem Heimatplaneten der mit allerlei agressiven Lebensformen ausgestattet war. Der Kampf innerhalb dieser Lebensbedingungen hatte eine Art Kriegerkultur hervorgebracht, in der der Kampf mit den anderen Lebewesen als oberstes Ziel angesehen wurde. Ähnliches hatte sich auch schon auf der Erde abgespielt, aber diese Form der Kommunikation mit der Umwelt löste auf die Dauer jedesmal eine Katastrophe aus. Im Andamarsystem funktionierte es nur aufgrund der hohen Vermehrungsrate der Tier und Pflanzenwelt, was natürlich auf der anderen Seite zu einer etwas eigenwilligen Interpretation der Umstände der Entstehung des Lebens führte. Also war unsere Aufgabe die Technosekte so schnell wie möglich aus dem System zu komplimentieren. Die Königin hatte auch schon mehrere Vorschläge gemacht wohin die Sekte ziehen sollte, aber da die Technosekte mit anderen Vertretern der menschlichen Rasse nichts zu tun haben wollten, war man darauf vorbereitet das diese Angebote abgelehnt würden. Shyana lotste uns in die Nähe des Planeten und wir hörten erstmal die Kommunikation des Planeten ab. Es war fast wie auf der alten Erde des 20ten Jahrhunderts, politische Systeme im Wettstreit miteinander, die wenn man sie genauer analysierte nur wenigen Personen innerhalb der Gruppen einen Vorteil brachte. Ausserdem hatte man mit Umweltproblemen zu kämpfen weil der Planet nicht der ursprünglichen Erde entsprach. Es gab auch eine rudimentäre Orbitstation, und Shyana erzählte mir das durchaus auch Händler dieses System und den Planeten besuchten. Daher war die Königin auch informiert gewesen als die Skyn einen Einwand anmeldeten. Wir mussten uns eine Legende ausdenken warum wir ohne Grund in dieses System eingedrungen waren, die nicht zu schnell Argwohn erwecken würde aber gleichzeitig nicht so perfekt war das man uns böse Absichten unterstellen konnte. Als wir soweit waren, meldeten wir unser Schiff auf der Orbitstation an und trugen das Wasser als Handelsware ein. Der zuständige Offizier wirkte zwar etwas skeptisch als wir unsere Begründung vortrugen, händigte uns aber die notwendigen Papiere zum Besuch der Oberfläche aus. Da wir den offiziellen Shuttle benutzen wollten und unser Handgepäck keine schwerwiegende Bedrohung darstellte zerstreuten sich wohl seine Bedenken. Nachdem der Shuttle uns auf dem Planeten abgesetzt hatte liessen wir uns von einem Magnetfeldtransporter in den Regierungsbezirk bringen, um die zuständige Regierung zu sprechen. Shyana hatte einen Plan angefertigt, der für eine umfangreiche Aufklärung auf dem Planeten sprach, und das alles ohne das die Sektierer etwas davon merkten, alle Achtung. Im Regierungsgebäude wurden wir von einer freundlichen alten Dame empfangen die uns beinahe wieder hinauskomplimentiert hätte wenn wir nicht sofort mit der Wahrheit herausgeplatzt wären. Sie musterte uns eine Zeitlang währen sie etwas in die Richtung des Schreibtisches sprach was sich wie ein Kauderwelsch aus verschiedenen Sprachen der Erde anhörte. Dann bedeutete sie uns das wir uns setzen sollten. Die Anweisungen die sie gab, dauerten etwa zwanzig Minuten und währendessen füllte sich langsam der Raum mit den verschiedensten Menschen. Uniformierte und Leute mit normaler Strassenkleidung, sowie einige die wohl als Mechaniker arbeiteten. Nachdem die alte Dame ihr "Selbstgespräch" beendet hatte, öffnete sie eine Tür im hinteren Teil des Raumes und bat die gesamte Mannschaft hineinzugehen. Nachdem sich die Unruhe etwas gelegt hatte trat sie an das Rednerpult in der Mitte des Raumes und trug die von uns vorgetragenen Einwände der Skyn und der Königin in der Sprache der Sekte vor. Damit wir alles verstehen konnten, hatten wir ein Übersetzungsgerät ausgehändigt bekommen. Als sie ihre Ansprache beendet hatte setzte eine lebhafte Diskussion ein. Währendessen kam die alte Dame wieder auf uns zu und bat uns, ihr in die Gästezimmer zu folgen. "Ihre Ausführungen sind für uns nicht direkt neu, denn wir hatten schon Kontakt mit der von ihnen beschriebenen Spezies, aber da wir uns nicht verständigen konnten gingen wir ihnen aus dem Weg. Ihr müßt wissen das wir in dieser Galaxie eigentlich siedeln wollten und haben schon einige neue Planeten entdeckt und besucht dort stießen wir auf die Fremden. Sie sind wirklich sehr aggressiv." Shyana antwortete sofort: "Das ist uns zugetragen worden und wir bedauern diesen Zwischenfall bei dem Sie einige hundert Siedler verloren haben." damit hatte sie sich ganz geschickt in die Rolle einer Unterhändlerin manövriert. Die alte Dame stellte sich nun als eine der Repräsentanten eines ziemlich undurchsichtigen Regierungssystems vor und nannte das erste mal ihren Namen. Sie erklärte auch gleich das in ihrer Gesellschaftsform in der persönlichen Ansprache auf Titel verzichtet wurde. Shyana setzte ihr die gesamte Soziologie der "Lords" auseinander und brauchte danach keine weiteren überzeugenden Argumente anzuwenden. Das was sie zu erzählen hatte war bedrohlich genug. Wir erhielten die Erlaubnis uns vorerst in der Stadt frei zu bewegen und erhielten einen Kommunikator und spezielle Ausweispapiere. Shyanas nicht ganz menschliches Aussehen würde unter Umständen für etwas Aufsehen sorgen, aber die Nachrichtendienste arbeiteten bereits auf Hochtouren , so das unser Bild schon in allen Kommunikationsmedien mit dem Grund für unser hiersein veröffentlicht war. Bei einer Bevölkerungszahl von ca. 23 Millionen Menschen ewartete man aber keine grösseren Störungen. Auf den Strassen wurden wir zwar zeitweise ziemlich bestaunt, aber in Ruhe gelassen. Ishtar hatte uns eine Liste mit Addressen und Personen gegeben die ich als Händler aufsuchen konnte um vielleicht einige Geschäftsbeziehungen zu knüpfen. Trotz oder wegen der brisanten Lage. Damit war der erste Teil unserer Aufgabe erfüllt. Allerdings hatte Shyana wohl auch noch eigene Pläne beziehungsweise behielt einige der Ideen ihres Volkes noch für sich. Ich für meinen Teil machte mich auf noch so einige Überraschungen gefasst.

 

 

Die Evakuierung

 

Nachdem Ishtar der Bevölkerung ausführlich das Problem mit den Lords vorgestellt hatte, wurde eine Flotte zusammengestellt die aus mehreren Raumfrachtern bestand, und die die Menschen in eine benachbarte Galaxie bringen sollte. Die Skyn hatten schon im voraus einen erdähnlichen Planeten ausgekundschaftet. Die gesamte Evakuierung lief ruhig und besonnen ab und da sich die Siedler in einem guten Gesundheitszustand befanden, ohne grosse Belastungen und aussergewöhnliche Verluste. Die erste Gruppe der Siedler fing sofort an die Tier und Pflanzenwelt anzupassen, und die notwendige Agrarwirtschaft aufzubauen. Da es für die Andamar Menschen bereits einen Plan gab und sich die Strukturen noch nicht so verfestigt hatten, hatten die meisten noch die Erfahrungen aus der Umsiedlung in das Andamar System, die sie einsetzen konnten. Die Technosekte verschwand aus dem Einflußbereich der Lords genauso lautlos wie sie gekommen waren. Nachdem die letzten Siedler den Planeten verlassen hatten wurden die Siedlungen mit Desintegratoren zerstört, so das alle Hinweise auf das neue System verschwanden. Von dem Zeitpunkt als Tramp von der Skynfrau gekidnappt wurde bis zu dem Zeitpunkt als der letzte Desintegrator abgeschaltet wurde, waren 42 Monate vergangen und Tramp und die Skynfrau machten sich auf den Weg zurück. Shyana hatte sich in der Zwischenzeit noch einmal verwandelt, so das Sie bis auf die makellose Schönheit, einer Menschenfrau glich. Sie hatte beschlossen bei Tramp zu bleiben und mit ihm gemeinsam das Weltall zu erkunden. Da ihr alle menschlichen Eigenschaften der Erdfrauen fehlten war ihre Anwesenheit wie eine außergewöhnliche Belohnung für Tramp.

 

 

Zentralstützpunkt der Tramp Handelsgesellschaft

 

Als Tramp und Shyana wieder in das Suraya System zurückkehrten musste Tramp sich ersteinmal mit den Ereignissen der letzten 5 Jahre auseinandersetzen. Lena hatte regelmässig das verdiente Geld überwiesen so das die laufenden Kosten für den Auftragsdienst und die Wartung der noch stillliegenden 3 Raumschiffe getragen wurden. Lena hatte sich bereits abgemeldet und war in den Weiten des Weltalls verschwunden, und Tramp schickte die beiden nicht umgerüsteten Frachter auf einige lukrative Reisen die mit Automatik geflogen wurden. Dann machte er sich auf die Suche nach einem Auftrag der für 2 Raumfrachter ausreichte. Nach etwa einem Monat entdeckte er einen Auftrag für einen Planeten der erst kürzlich entdeckt worden war und für den eine Frachtroute für Piloten eingerichtet werden sollte. Der Planet befand sich noch im Rohzustand und war zum Abbau von Erz vorgesehen. Die durchschnittliche Lufttemperatur des Planeten betrug ca. 35 °C und war durch das relativ geringe Alter des Sonnensystems bedingt. Die Atmosphäre war noch nicht entwickelt und bestand hauptsachlich aus Kohlendioxid und Methan, ausserdem gab es einen hohen Anteil an Edelgasen. Der gesammte Auftrag würde über 5 Jahre laufen und alle Sonderleistungen wie Wasserbeschaffung und Maschineneinkauf wurden nach Festpreis verrechnet. Wenn man also gut navigieren konnte und schnell war, liess sich gutes Geld verdienen. Tramp überlegte nicht lange und unterzeichnete den Kontrakt. Bis zu den ersten Frachten hatten er und Shyana noch etwa 2 Monate Zeit, die sie damit verbrachten die Schiffe mit allem Notwendigen für ihren Aufenthalt an Bord auszustatten.

 

Die politische Situation war sehr unruhig, da einige Siedlerplaneten sich verbündet hatten um die Machtposition der Koyahaga Gesellschaft und ihren Einflußbereich auf ihren Planeten aufzulösen. Die Ursache hierfür waren Aktivitäten innerhalb der Koyahaga, die der Unterwerfung der Angestellten dem Programm der Koyahaga ein Ende machen wollten. Der harte Kern des Widerstands bestand hauptsächlich aus Personen, die eine Führungsposition innerhalb der Koyahaga mit einem Sonderstatus in der Öffentlichkeit verbinden wollten und ihre Position mit besonderer Leistungsfähigkeit begründeten. Die Koyahaga Philosophie enthielt aber keine Faktoren mit denen sich diese Einstellung begründen liess. Für jede Aufgabe wurde ein Programm geschrieben das man auswendig lernen mußte und dann einfach nur abarbeiten. Das konnten sogar Personen mit einem niedrigen IQ. Außerdem gab es ein internes Kontrollsystem das verhindern sollte, das sich die Ausführenden mit ihren Entscheidungen alleingelassen fühlten. Auf diesen Aspekt hatte Ishisaga besonderen Wert gelegt, da nach seiner Auffassung das Übertragen der Soziologie auf Vorgänge innerhalb einer Firma zu eben jenen Auseinandersetzungen führte die den wirtschaftlichen Erfolg einer Firma verhinderten.

 

 

Planetenausbeutung durch die Koyahaga Minengesellschaft zum Bau von Raumstationen. Die Raumstationen sind zehn Kilometer im Durchmesser grosse Gebilde die mit einer Eigenrotation künstliche Schwerkraft erzeugen. Um den Energieaufwand zu begrenzen der die Drehbewegung verursacht, besteht das Gebilde aus einer Hülle und einer Innenhülle deren Drehbewegung gegenläufig ist. Um Schlingerbewegungen durch Gewichtsverlagerungen auszugleichen sind grosse Schläuche am Umfang angebracht, die einerseits als Wassertanks dienen und andererseits durch umpumpen eine Gewichtsverlagerung ermöglichen , so das sich die an Bord befindenden Personen relativ normal bewegen können. Die Schwerkraft beträgt 20% der Erdschwerkraft. Um solche riesigen Raumstationen bauen zu können, die im Grunde erst den interplanetaren Handel ermöglichten, wurden viele Planeten erst durch die Minengesellschaft erschlossen und dann an Siedler verkauft. Im Grunde war kaum noch zu unterscheiden ob der Zweck das Ansiedeln oder der Ausbau der Koyahaga Gesellschaft war, irgendwie hatte das ganze sich im Laufe der Zeit verselbständigt. Allerdings benötigte man auf allen Planeten Rohstoffe und durch den interplanetaren Handel liessen sich Notlagen, soweit sie nicht politisch motiviert versacht wurden, leicht ausgleichen. Die Raumstationen wurden durch Shuttles mit den in der Nähe liegenden Planeten verbunden, allerdings gab es auch Orbiter die als Posten zwischen Systemen stationiert waren und Nahrungsmittel und Wasser für Raumschiffe lagerten, die ansonsten zwischen verschiedenen Planeten pendeln mussten, obwohl sie nur eine Route zwischen zwei Planeten der Siedler bedienten.

 

Als Lena den Shuttle verließ und die Raumstation betrat machte sich Unbehagen breit, es gab kein Licht so das sie die Energie ihres Raumanzuges mit dem Betrieb der Lampen des Raumanzugs schwächte. Die Anzeigen der Umweltkontrollen ihres Scanners bestätigten atembare Luft mit einer Temperatur von minus 20 Grad. Der Orbiter hatte eine Position in Sonnennähe eingenommen und umkreiste diese jetzt als künstlicher Planet fernab jeglicher Handels- und Verkehrsrouten. Eigentlich war es Zufall das sie den Orbiter entdeckt hatte, aber sie hatte sich angewöhnt die Sensoren der Delphin auf Metall eingestellt, den Raum durchsuchen zu lassen. Sie dachte dabei an die alten Geschichten der verlorengegangenen Raumschiffe in denen unter Umständen wertvolles zu finden war. Als sie sich dem Orbiter genähert hatte waren von aussen keinerlei Beschädigungen zu erkennen und das Verzeichniss der Koyahaga wies unter der Nummer des Orbiters eine aufgegebene Station die einer Gravitationsgezeitendrift zum Opfer gefallen war, aus. Lena besorgte sich warme Kleidung und Proviant aus ihrem Raumschiff, stellte die Langstreckendetektoren auf zufällig auftauchende andere Raumschiffe ein und machte sich auf den Weg den Orbiter zu erkunden. Die innere Struktur war wie ein Schneckenhaus aufgebaut und mit Rampen wurde vermieden das Transporte innerhalb des Orbiters mehr Energie als nötig verbrauchten.( In den Steuerungsrechner solcher Stationen waren Routinen eingebaut die einen Orbiter zu einer äusserst effizienten Maschine machten, was den Energieverbrauch anging). Da sämtliche Systeme abgeschaltet waren gingen auch die Lifte nicht und sie funktionierte einen in der Nähe stehenden Gepäckwagen zum Taxi um. Die Energiezellen waren auch nach achtzehn Jahren im Raum immer noch intakt und fast vollständig geladen. Lena orientierte sich an den regelmässig angebrachten Stationsplänen und suchte als erstes die Mannschaftskabinen auf, da wie sie vermutete das die Räume waren in denen zurückgelassene Wertgegenstände zu finden waren. Da sie nicht unter Zeitdruck stand konnte sie systematisch und gründlich vorgehen. Sie fand Kleidung, elektronische Geräte, und sogar konservierte Lebensmittel, dann noch verschiedene Werkzeuge und dreirädrige Fortbewegungsmittel, deren Energiezellen allerdings erschöpft waren. In der Energiezentrale gab es sogar elektrisches Licht das durch die Solarzellen an der Aussenhülle gespeist wurde. Damit konnte sie die Datenbank wieder in Betrieb nehmen, allerdings waren ausser dem Logbuch alle Dateien gesperrt, aber sie erfuhr so zumindest etwas über den Ablauf der Evakuierung. Die Orbitalstation war in der Nähe eines instabilen Sonnensystems neunundvierzig Jahre lang in Betrieb gewesen und wurde, nachdem das Schwerkraftfeld der Sonne zusammengebrochen war, durch die Gravitationsgezeitendrift genauso wie die Planeten des System auf eine unbestimmte Reise durch die Galaxis geschickt. Da der Antrieb des Orbiters nicht ausreichte um eine sichere Positon zu halten wurde die Station nach 2 Jahren aufgegeben. Die vielen persönlichen Dinge die sie gefunden hatte waren das Eigentum des Personals das sich zum Zeitpunkt der Räumung nicht an Bord befand. Der Orbiter befand sich, soweit sie das mit Bordmitteln erkennen und berechnen konnte, in einer stabilen Umlaufbahn um die Sonne. Die Sonne war etwa doppelt so gross wie die Erdsonne und befand sich in einem noch nicht besiedelten Sektor der Galaxis. Aufgrund der räumlichen Dimensionen war es unwahrscheinlich das noch jemand diesen Orbiter entdecken würde. Man konnte sich zwar schnell von einem Ort zum anderen bewegen, ließ dabei aber die Millionen von Planeten und Sonnen unentdeckt die sich auf dem Weg zwischen zwei Punkten innerhalb der Galaxie befanden. Da die Kosten für eine Besiedelung und Urbarmachung von Planeten zu hoch für Privatleute waren, wurden meist die ausgebeuteten Planeten an Siedlungsgemeinschaften verkauft. Auf einigen Planeten gab es sogar Leben in den unterschiedlichsten Formen und einiges davon hatte sogar Bewußtsein das ähnlich strukturiert war wie das menschliche. Lena überprüfte auch die Lagerbücher auf die noch vorhandenen Energiereserven und kopierte alles was sie an Daten finden konnte, auf einen kleinen tragbaren Comp, den Sie mit an Bord der Delphin nahm. Eine solche Station wieder in Betrieb zu nehmen, würde einen Haufen Geld kosten und sobald die Koyahaga Gesellschaft davon erfuhr, würde sie unter Umständen die Station wieder in Betrieb nehmen wollen. Sie mußte sich also genau überlegen wie sie ihr Wissen gewinnbringend oder zumindest zu ihrem Vorteil einsetzen konnte. Die Raumstation war wie eine flachgedrückte Kugel, in deren Zentrum sich die Energiezentrale befand. Da im Zentrum sich ein Bereich mit Microgravitation befand, konnten einige physikalische Effekte ausgenutzt werden um Energie zu gewinnen. Im wesentlichen bestand die Energieversorgung aus mehreren Komponenten, Atomreaktoren in einer Bleihülle, die die notwendige Masse für die Drehbewegung bereitstellten, Kernfusionsreaktoren deren Magnetfelder gleichzeitig für die Drehbewegung und damit für Schwerkraft sorgte und eine Solarstromanlage mit Materiesammlern die aus dem gesamten Strahlungsspektrum des Alls ihre Energie bezog und als Strahlungskompensator diente , so das die Station in den meisten Bereichen strahlungsfrei war. Da sich die Solarstromanlage nicht abschalten liess, waren die Speicher für den Betrieb der Kernfusionsanlage randvoll, allerdings konnte Lena diese Anlage aufgrund des passwortgeschützten Steuerungscomputers nicht starten. Außerdem waren, soweit sie es überblicken konnte, einige Komponenten entfernt worden. Sie fand allerdings eine von der übrigen Anlage unabhängige Datenbank in Form eines kleinen Handcomputers, der in einem Notfallkasten lag, auf dem sämtliche technischen Pläne für die gesamte Station gespeichert waren. Damit konnte sie die fehlenden Komponenten bestimmen und auflisten, zumindest soweit es die Energiezentrale betraf, später fand sie auch noch eine Liste der Geräte die in den anderen Bereichen der Station entfernt worden waren im Logbuch. Nachdem sie fast zwei Wochen in dem Orbiter herumgestöbert hatte, fühlte sie sich wie die stolze Besitzerin, und kannte fast jeden Winkel. An Bord waren auch noch zwei unbenutzte Massengutcontainer in denen sie die schon zusammengesammelten Sachen verstaute. Die zur Zeit geringe Schwerkraft erleichterte ihr die Arbeit enorm. Lena beschloß bis auf den gefundenen Handcomputer , alles an Bord zu lassen, da zum jetzigen Zeitpunkt ein Verkauf wohl ungeschickt wäre. Sie rechnete nicht damit das die Station von jemandem gefunden würde, aber das Auftauchen von Komponenten einer Raumstation würde sicherlich das Interesse der Koyahaga Gesellschaft wecken.

 

Da sich die meisten Planeten die von Menschen in der einen oder anderen Weise nutzbar waren auf wenige Systeme verteilten, die sich ringförmig in der Milchstraße verteilten hatte die Koyahaga Gesellschaft mehrere Bauplätze für die Orbiter auf andere Systeme verteilt um sich die Reisezeiten zu sparen. Lena beschloß es zuerst auf Vondran zu versuchen da dort die besten Informationen über Raumstationen zu finden sein sollten. Sie koppelte die Delphin vom Orbiter ab, überprüfte noch einmal den Kurs des Orbiters und machte sich auf den Weg zum Planeten Vondran. Für sie bedeutete es eine Reise von sechs Monaten, die sie versuchte gewinnbringend anzulegen. Sie sammelte etwas Raumwasser und ergatterte zwei Frachtaufträge, die auf ihrem Weg lagen. In ihrer Freizeit studierte sie die auf dem Handcomp gespeicherten Pläne, so das sie genau wusste wonach sie fragen musste um nicht in den Verdacht zu geraten, eine Raumstation zu bauen. Auf Vondran angekommen suchte sie, wie schon häufiger, ohne Ergebnis die Nachrichten von ihrer Firma ab und gab die Reiseprotokolle ab. Auf ihrem Konto befand sich bereits ein beträchtliches Vermögen, das ihr die entsprechende Handlungsfreiheit gestattete. Sie suchte ein paar der Werkstätten auf , die vielleicht noch das notwendige Material besaßen um die fehlenden Geräte zu ersetzen. In einer der Werkstätten erhielt Lena den Hinweis, das vielleicht auf dem Schrottplatz der Gesellschaft das entsprechende zu finden sei, der befand sich allerdings auf Giedi Alpha, einem von der Gesellschaft aufgegebenen Planeten. Dort musste noch das gesuchte zu finden sein. Lena verkaufte ihre überflüssige Fracht und machte sich auf den Weg. Alpha war nur eine Reise von 3 Wochen entfernt.

 

Auf dem Schrottplaneten gab es kaum menschliches Personal. Hier gab es Kraftwerke, Stahlwerke Landwirtschaftliche Maschinen alles sortiert nach Verwendungszweck , Schrottplanet war eigentlich das falsche Wort , Museum wäre wohl treffender. Um nicht so viele Spuren zu hinterlassen, die direkt zu dem Zweck ihres hierseins führten, hatte sie eine Liste aufgestellt die bis auf den Orbiter alles enthielt um einen Planeten urbar zu machen. Damit verwischte sie die Spuren so gut es ging. nach etwa einer Woche hatte sie die fehlenden Teile des Orbiters entdeckt, direkt neben einer Anzahl unbenutzt aussehender Shuttles. Sie zeigte reges Interesse an den Shuttles und liess einen Container mit den Teilen des Orbiters beladen um mit den Shuttles Testflüge zu unternehmen. Danach wählte sie fünf Stück aus und kaufte auch den beladenen Container sowie vier weitere und flog das ganze eigenhändig zur Delphin. Da sie bar bezahlte und mit einem falschen Namen unterschrieb, hoffte sie das niemand dies auf den Fund des Orbiters zurückführen konnte. Sie machte sich auf den direkten Weg zum Orbiter lud ihre Fracht dort aus und flog dann zum nächsten System wo sie die Delphin auf die Automatik Routen der Koyahaga Gesellschaft setzte und kündigte ihren Vertrag mit der Tramp Corporation. Sie hatte jetzt fast sieben Jahre damit verbracht die Delphin hin und her zu fliegen. Dann kaufte sie einen kleinen Raumfrachter der neuesten Generation, und meldete ihre eigene Gesellschaft im Register der Koyahaga an.

 

Um den Orbiter wieder in Betrieb zu nehmen bedurfte es nur wenig Aufwand, und da die Schwerkraft so gering war kam Lena sehr gut allein zurecht. Nach etwa einer Woche waren alle Geräte angeschlossen und das Passwort des Zentralrechners hatte sie einfach gelöscht, indem sie die Software scannte und den Ursprungszustand wieder herstellte. Die Energieanlagen waren so einfach wie möglich konstruiert worden, um den geringstmöglichen Aufwand bei Wartungsarbeiten zu treiben. einmal auf automatik gestellt konnten die Orbiter unter Umständen hunderte von Jahren ohne ein Wartungsintervall betrieben werden . Eine Wartungsmannschaft wurde nur benötigt um die beweglichen Teile der Station zu pflegen. Lena richtete sich ein und liess auf dem gesamten Orbiter die Lebenserhaltung laufen. Sie startete die Gewächshäuser neu mit dem noch vorhandenen Saatgut. Nach etwa einem halben Jahr lief alles soweit das sie die Station für eine Zeitlang verlassen konnte. Die Schwerkraft war wieder hergestellt und die Androiden so programmiert das sie die anfallenden Arbeiten selbständig erledigten.

 

Lena hatte sich aus der Bibliothek des Navigationssystems die Profile der verschiedenen Planeten herausgesucht, die bereits besiedelt waren und als stabil galten, und damit nicht mehr in dem Einflußbereich der Koyahaga Gesellschaft standen. Besiedelte Planeten erhielten einen autonomen Status und, falls möglich oder erforderlich, Handelsrechte zum Betrieb einer Raumstation. Lena stellte eine Reiseroute für ein Jahr zusammen, um nicht ganz von der Bildfläche zu verschwinden. Der Orbiter sollte eine Art Notunterkunft werden, auf den sie vielleicht zurückgreifen würde, wenn sich die politische Situation weiter verschlechterte. Insgesamt 7 Planeten würde sie besuchen und vielleicht einige kleine Geschäfte abwickeln. Der erste Planet lag am Rand der Milchstraße und war einer der ersten Planeten die besiedelt wurden. Die Reise vom Orbiter dorthin ging ziemlich schnell, da mehrere große Gravitationswirbel in einer Reihe hintereinander standen. Was weder Lena noch Tramp ahnten, war das sie sich auf dieser Reise fast begegnet wären. Die Distanz zwischen den beiden betrug nur ein paar Millionen Kilometer. Auf Taurus angekommen genoss Lena die Gesellschaft von Menschen, und ließ sich ein wenig gehen. Sie lernte oberflächlich einige Leute kennen und wurde zu mehreren Partys eingeladen. Auf einer Party wurde die politische Situation diskutiert, und es hörte sich so an, als würde sich eine Abspaltung von den erdorientierten politischen Systemen vollziehen. Lena war ein wenig mit der Vergangenheit der Erde vertraut und erkannte schnell das hier etwas in Gange war, das es in dieser Form noch nicht gegeben hatte. Sie konnte aber nicht einschätzen wie sich das Ganze entwickeln würde. Unter Umständen konnte das alles sehr brisant werden. Lena besuchte mehrere Städte auf Taurus, und stellte fest das sich auch eine Wandlung in Bezug auf eine genetische Veränderung vollzogen hatte. Die Menschen hatten angefangen sich an Taurus anzupassen. Da Lena ihre nächsten Reiseziele bekanntmachte, wurde sie eines Tages von einem Siedler angesprochen der mit seiner Familie den Planeten verlassen wollte. Er hatte sein Land gewinnbringend verkauft, und wollte nun auf Segundo, Lenas übernächstes Ziel, ein Geschäft eröffnen, da sich dort auch sein Bruder niedergelassen hatte. Insgesamt wollten 15 Personen nach Segundo und Lena willigte ein. Der nächste Planet den Lena besuchen wollte, war einer der letzten Planeten der besiedelt wurde, und Lena hoffte dort einige Aufträge für den Einkauf von Maschinen zu erhalten. Der Planet wurde Erde II genannt weil er der Erde sehr ähnlich war, allerdings in einer Stufe ohne Menschen aber einer Tierwelt mit Säugetieren, Reptilien und Insekten. Und auch im Wasser war der Planet mit der Erde vergleichbar. Ursprünglich hatte man geplant den Planeten geologisch auszubeuten, aber da man auch dringend Nahrungsmittel benötigte, wurde der Planet fast nur Landwirtschaftlich genutzt. Die Siedler waren hier noch nie gewesen, und beschlossen sofort ihre Pläne zu ändern und sich auf diesem Planeten niederzulassen. Lena wartete noch eine Woche ab bis die Verwaltung dem zustimmte. Lena machte sich dann doch allein auf den Weg nach Segundo, dachte sie zumindest. Als sie auf Segundo ankam, fiel ihr zunächst nichts besonderes auf. Lena erledigte die üblichen Formalitäten und besuchte einige Treffpunkte für Raumfahrer. Ab und zu veränderte sich das Bild der Menschen auf der Strasse wenn ein bestimmter Typ Fahrzeug vorbeifuhr, und Lena beschlich ganz langsam eine Vorahnung das etwas schreckliches passiert war. Sie prüfte die öffentlichen Medien und die amtlichen Bekanntmachungen, aber daraus ließ sich nichts weiter entnehmen. Sie beschloß das die Menschen auf Segundo einfach nur das gleiche unbestimmte Gefühl hatten wie sie selbst und das das eine Folge der fremden Umgebung war. Was Lena nicht wusste aber bald feststellte, war das sich ein Raumschiff der Tramp Corporation gleichzeitig von Erde II auf den Weg gemacht hatte um auf Segundo Geschäfte zu machen. Kurz vor ihrer Abreise, bei der Abmeldung zur Abreise, traf sie auf einen Mann der ihr bekannt vor kam. Plötzlich fiel ihr ein wo sie diesen Mann schon einmal gesehen hatte und war versucht ihm um den Hals zu fallen. Sie baute sich provozierend vor ihm auf. Aber er schien sie nicht zu kennen, aber er machte ihr mit der Hand ein paar geheime Zeichen das sie sich im All treffen würden. Alles ging rasend schnell und da sie allein im Warteraum waren, konnte sie sich schnell zurückziehen , und so tun als wäre nichts gewesen.

 

 

Gryff

 

Gryff hatte sich gerade an den Tisch des Restaurants gesetzt, als plötzlich die Scheiben klirrten. Im gleichen Moment fingen auf der Straße die Menschen an in eine Richtung zu laufen. Gryff beschloß sein Essen stehen zu lassen und ging vorsichtig nach draußen. ein Erdbeben war in dieser Gegend des Planeten so gut wie ausgeschlossen. aus der Richtung, aus der der Pulk der Flüchtenden kam, wälzte sich eine riesige Staubwolke heran. Gryff sprang in seinen Transporter, und hob sofort in Richtung der Staubwolke ab. Als er etwa 5000 Meter Höhe erreicht hatte, konnte er die Einsturzstelle erkennen, von der der starke Wind gerade die letzten Staubfahnen wegfegte. Gryff besass einen der wenigen Transporter auf dem Planeten, den er jetzt in den Einsturzkrater lenkte. Die Öffnung hatte einen Durchmesser von etwa 30 Metern und der Transporter tauchte in eine riesige Höhle hinein die etwa die Größe der gesamten Stadt hatte. An einen weiteren Einsturz dachte Gryff in diesem Augenblick weniger, er wollte sich vergewissern das der Einsturz einen natürlichen Ursprung hatte. Als er gefunden hatte, wonach er gesucht hatte, steuerte er den Transporter sofort wieder aus der Höhle hinaus. Die Höhle war durch eine Magmablase unter der Planetenoberfläche entstanden. Das Magma hatte sich seinen Weg durch eine Unterirdische Erdspalte gesucht und schließlich diese Höhle hinterlassen. Ähnliche Formationen gab es auf dem Planeten häufiger und das lag an den Eigenschaften des Gesteins. Man hatte schon überlegt diese Höhlen zu nutzen, aber Aufgrund der Ausdehnung und der Einsturzgefahr hatte man bisher darauf verzichtet. Gryff machte sich auf den Weg in die Hauptstadt um sich erst einmal auszuschlafen und dann musste er sich Gedanken machen wie er diesen Planeten baldmöglichst verlassen konnte. Sein Quartier war relativ gross und bestand aus einem Appartement mit einer Terrasse die einen unverbauten Blick auf die Wüste hatte. Aus dem Sand ragten die blankgeschliffenen Kuppeln der anderen Höhlen. Gryff hatte die Idee die Kuppeln anzubohren und mit Trinkwasser zu füllen. Ihm fehlte nach dem Einsturz jetzt nur noch eine Möglichkeit an das nötige Wasser zu kommen. ausserdem brauchte er die Genehmigung der Siedlerverwaltung um sich anden Kuppeln zu schaffen zu machen. Gryff durchforstete die Hafenunterlagen des Zentralcomps nach an- und abfliegenden Raumfrachtern und machte eine Anfrage an das Claimbüro ob er die Bereiche kaufen durfte in denen sich die Kuppeln befanden. Dann besorgte er sich eine Passage zum nächstgelegenen Sonnensystem um sich nach einem Frachter umzusehen mit dem er das nötige Wasser beschaffen konnte. Gryff hatte alle Berichte der Raumfahrer studiert die veröffentlicht wurden. Dort stieß Gryff auch auf die Berichte vom Raumeis. Das Eis wurde sporadisch eingesammelt und der Verdienst stand den Piloten zu, immerhin hatten sie die Schwierigkeiten damit. Allerdings konnte niemand damit rechnen tatsächlich Eis zu finden (oder Wasser !). Mal mussten die Raumschiffe von aussen freigesprengt werden, mal beschlugen nur kurz die Außenscheiben. Für Gryff war das allerdings alles nebensächlich. Er hatte ein Bild im Kopf , bei dem der Planet eine blühende Oase im Raum war. Die Prognosen für die physikalische Entwicklung des Planeten im Sonnensystem waren sehr langfristig und es sollte die nächsten 50.000 Jahre keinerlei grössere Veränderungen geben. Geologisch war der Planet bereits in der Endphase und die durchschnittliche Jahrestemperatur betrug etwa -5 °C. Der Tageszyklus dauerte etwa drei Wochen. Die ersten Menschen die den Planeten besiedelten hatten damit einige psychische Schwierigkeiten die sich aber nach etwa einem Jahr legten (Erdzeit). Der Planet hatte eine fast kreisförmige Bahn um die Sonne eingeschlagen, so das es keine Jahreszeiten gab. Am Äquator wurden Wärmesammler aufgestellt die die besiedelbare Zone in nördlicher und südlicher Richtung ausdehnten. Das technische Prinzip entsprach etwa alten Solarwärmeanlagen, war aber auf mehrere Quadratkilomter ausgedehnt. In den kühleren Zonen in Richtung Nord- und Südpol wurden damit unterirdische Systeme gespeist die

die Oberflächentemperatur auf etwa 20°C erhöhten. Als Nebeneffekt bildete sich eine gemässigt Klimazirkulation die einen ständigen Luftstrom erzeugte. (elektromangnetische Aufladung) An einigen Stellen konnte damit direkt Strom gewonnen werden, der zum Betrieb der Anlagen ausreichte. Das einzige was fehlte war genügend Wasser um die Atmosphaere umzuwandeln. Allerdings war die Verwaltung des Planeten mit Holzköpfen besetzt deren Hauptziel war die Umwelt so künstlich wie möglich zu halten. Wer immer auch die Beamten erfunden hatte hätte sich denken müssen, das es in kritischen Situationen darauf hinauslaufen würde das diese nach dem Motto handeln : "Ich esse also bin ich".

Gryff flog nach Coors, um sich einige der zum Verkauf stehenden Raumfrachter anzusehen und um einige der Raumfahrer auszufragen. Die Antworten waren so unterschiedlich das er sich kein konkretes Bild machen konnte wo er Eis finden würde. Also blieb ihm nichts anderes übrig als einen der Raumfrachter tatsächlich zu kaufen und damit die Sektoren abzusuchen in denen vor Eis gewarnt wurde. Der Raum war einfach zu groß um viele detailierte Angaben machen zu können, allerdings wurden sämtliche Daten gesammelt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Gryff überprüfte noch einmal den Kontostand und kaufte sich einen kleinen Patentraumkreuzer. Das Geld hatte Gryff sich als Vermittler von Warengeschäften verdient und es reichte außerdem aus sich einen Piloten zu angagieren, da Gryff keine Fluglizenz hatte. Der Pilot war ein kleiner, runzeliger Kerl mit Namen Pirx und nur auf das Geld scharf das Gryff ihm geboten hatte. Gryff und Pirx richteten sich in dem Frachter wohnlich ein und fingen dann an die einzelnen Sektoren abzufliegen. Sie hatten auch tatsächlich Glück und fingen gleich beim ersten Koordinatenpunkt 55.000 Kubikmeter Wasser ein. Gryff konnte bis zu 2.000.000 Kubikmeter Wasser einsammeln ohne Gefahr zu laufen die Kontrolle über das Schiff zu verlieren. Gryff hatte für diese erste Aktion etwa 2 Jahre eingeplant und richtete ein kleines Sammellager in der Nähe des Planeten ein. Da auf dem Planeten sowieso Wasser benötigt wurde willigte die Verwaltung bald ein und sorgte für den Transport zur Plantenoberfläche. Nach Gryff ´s Idee sollten die Kavernen verhindern das das Wasser sich zu schnell verflüchtigte und dadurch die Atmosphäre negativ beeinflusste. Gryff wurde über alle Maßen gelobt, und bald wurde auch das Wasser von anderen Raumfahren die in diesen Sektor kamen, gekauft. Innerhalb von 5 Jahren wurde so ein kleiner Ozean geschaffen der in einzelne Höhlen verteilt war. Auch die Atmosphäre begann sich zu entwickeln, und man konnte sich längere Zeit ohne Atemmaske in den Aussenanlagen aufhalten. Nachdem sich die Atmosphäre verändert hatte liessen sich endlich auch ausserhalb der Biotopanlagen Planzen und Tiere ansiedeln. Durch die Wärmetauschanlagen war so innerhalb kürzester Zeit der Planet lebensfähig geworden und hatte sogar eine echte Klimakontrolle. Man musste eben nur in den richtigen Dimensionen denken. Allerdings hatte der Planet nur ein geringes Potential was die Anzahl der Bewohner anging. Da es noch zuwenig Wasser gab wurde die Einwohnerzahl strikt begrenzt. Gryff hatte auf dem Planeten eine Verhaltensschulung bekommen, etwas das entfernt an eine militärische Gehirnwäsche erinnerte. Damit war er in der Lage seine Absichten so zu formulieren das sein Gegenüber nicht erkennen konnte woher er kam und wohin er ging. Es erleichterte den Siedlern den Umgang mit anderen Menschen und hielt die Informationen zurück die eine Massenwanderung auf den Planeten verursachen würde. Allerdings funktionierte das nur in der Anfangsphase solcher Besiedelungsprojekte. Waren die Terraformmaßnahmen etabliert und die Siedler stabil, mussten strikte Regeln eingehalten werden die genau auf die Möglichkeiten des Planeten abgestimmt waren. So entstanden im Laufe der Zeit Planeten mit den unterschiedlichsten sozialen Strukturen. Etliche Planeten erwirtschafteten so Überschüsse die sie dem interstellaren Handelsnetz zur Verfügung stellten. Damit unterstützten sie sozusagen die Besiedlung anderer Planeten. Allerdings konnte man den Menschen die Führungsmuster nicht abgewöhnen die zu einigen Misbildungen der Staatsformen ausarteten. Gryff beschäftigte sich sehr wenig mit dieser Art von Analysen, war aber durch seine Suche nach Wasser auf die merkwürdigsten Berichte gestoßen. Nachdem die dritte Kuppel gefüllt war, erschien eines Tages eine Gruppe von Leuten an der Haustür seines Appartments und bat um etwas Zeit für ein Gespräch. Sie stellten eine Frau als Sprecherin vor die Gryff sofort symphatisch war. Er bat sie einzutreten, bot ihr ein Getränk an und ließ sie dann erzählen. Der Inhalt ihres Vortrags war recht einfach, sie waren eine Gruppe von Siedlern die jemanden suchten der ihren Planeten mit Wasser versorgte, da sie sich darauf beschränken wollten den Planeten zu besiedeln und außerdem nur eine geringe Anzahl von Siedlern waren, konnten sie die Kosten für eine eigene Wassersuche nicht aufbringen. Gryff sah sofort wo das Problem war und ließ sich die Unterlagen geben, wo sich der Planet befand. Um den Planeten mit Wasser zu versorgen benötigten sie auch noch ein paar Shuttles da die Verluste zu hoch waren wenn man das Eis einfach auf den Planeten fallen liess. Gryff erkundigte sich nach den Zeitplänen der Siedler, und versprach bei der nächsten Gelegenheit dort Wasser abzuladen. Seine Gedanken für sich behaltend beschloß er sofort einen der Frachter umzudirigieren und einen Shuttle abzustellen der den Transport auf die Oberfläche abwickeln sollte. Er hatte keinen bestimmten Grund sich so zu entscheiden, hatte aber das dringende Gefühl das diese Entscheidung sehr wichtig für sein weiteres Leben war. Der Planet wurde Altanea genannt und war noch nicht lange zu Besiedlung freigegeben. außerdem befand er sich etwas Abseits und in der Nähe des Zentrums der Milchstraße. Die junge Frau verabschiedete sich unaufdringlich von Gryff, und genauso wie sie gekommen waren verschwand die Gruppe wieder. In Gryff rotierte es, ein Besiedlungsprojekt ausserhalb der Expansionsrouten der Koyahaga Gesellschaft mit kaum Aussicht auf Erfolg. Gryff hatte demnächst auf einem Planeten Namens Segundo zu tun und hoffte das er dort einige der benötigten Ausrüstungen erstehen konnte. Allerdings musste er sich etwas bremsen, denn bis jetzt hatten die Siedler nur vorgetragen was sie wollten und kein Angebot gemacht was Gryff dafür erhalten sollte. In diesem Moment meldete sich Pirx über das Interkom und die beiden machten sich auf den Weg nach Segundo.

 

Auf Segundo angekommen stöberte Gryff in den Hafenunterlagen der Frachtverwaltung nach den Comport Addressen der an und abfliegenden Piloten und machte ihnen sein Standardangebot für das Raumwasser und die Sonderkonditionen falls sie eine komplette Ladung abliefern würden. Er gab Altanea noch nicht mit an um nicht zuviel aufsehen zu erregen. Ihm war noch nicht klar was die Siedler ausgerechnet zu ihm geführt hatte, und er fühlte sich zwar von dem persönlichem erscheinen geehrt, liess sich aber ungern beeindrucken. Pirx und er beschloßen sich ein wenig in den Schmuddelkneipen auf Segundo herumzutreiben und sich ein wenig umzuhören was so geredet wird in den dunkleren Ecken des Universums. Was zu hören war, liess in Gryff ein unbestimmtes Gefühl von Panik aufkommen. Es gab die ersten Gerüchte von Kämpfen auf anderen Planeten. Sie hörten noch eine Weile zu und machten sich auf den Weg nach Altanea. Am Raumhafen hatten sie eine kurze Begegnung mit einer Energiegeladenen jungen Frau die eine Gruppe von Menschen in den Transportshuttle einwies den auch Pirx und Gryff benutzen wollten. Gryff bekam mit das sie Pilotin war, und sprach sie einfach an während der Shuttle sich auf den Weg in den Orbit machte. Er fragte sie höflich nach ihrem Reiseziel und ob sie Interesse an Geschäften hätte. Sie bekundete sofort ihr Interesse und lud ihn zu einem Gespräch auf ihrem Raumschiff ein da sich noch nicht alle Gerätschaften an Bord befanden und sie ein paar Stunden Zeit hatte.

 

Die Gespräche mit Pirx waren auf die Dauer nicht sehr ergiebig. Pirx war ein Abkömling eines alten kirgisischen Stammes und war voll von Geschichten die ihm noch überliefert wurden, bevor er sich freiwillig zu einem Beitritt in die alte russische Armee übereden liess. Er hatte noch gelernt an den Pfürzen der Pferde zu riechen wo sie geweidet hatten. Und er hatte allerlei derbe Scherze über Frauen auf Lager. Aber auch das war nicht lange zu ertragen.

 

Eines Tages fing Pirx an von einem Planeten nur mit Frauen zu erzählen. Die auswärtigen Händler nannten ihn nur etwas abschätzig Trill was so etwas wie Papagei bedeutete. Die Frauen waren in verschiedene Stämme aufgeteilt, die in ständigen Fehden ihre Anzahl reduzierte und Männer nur als Mittel zur Fortpflanzung ansahen. Die Handelszonen waren streng abgeriegelt und für verschiedene Zonen zuständig so das man seine Waren auf dem Planeten selbst verteilen musste wenn man mit verschiedenen Stämmen zu tun hatte. Pirx hatte sich dort mal eine Weile herumgetrieben und dabei einige interessante Geschichten gehört. Wenn die Frauen zur Geschlechtsreife gelangten, stellten sie ein Heer auf und mussten verschiedene Kampfaufgaben erledigen. Darauf konnten sich die Frauen aber nicht vorbereiten ausser durch körperliche Fitness und Reflextraining. Die Frauen durften zwar auch männlichen Nachwuchs bekommen, diese wurden aber zur Adoption freigegeben, beziehungsweise vorzugsweise Männer mit überwiegend weiblichen Nachwuchs zur Paarung eingeflogen. Alle Frauen waren in etwa gleich gross und hatten die gleiche Statur als Konsequenz aus dem Auswahlprozess.

 

 

Pirx und die Amazonen

 

Eines Tages , als Pirx wieder mal seinen Geschwätzigen dabei hatte, erzählte er Gryff von den Amazonen auf dem Planeten Trill. Pirx war zu einer Verhandlung über zu liefernde Waren vorgeladen worden und sah sich einer der Amazonen Königinnen gegenüber. Sie war etwa 10 Zentimeter größer als Pirx und etwa 30 Erdenjahre alt. Ihr Körper war durch das harte Training perfekt proportioniert und durch die ruhigere Lebensweise einer Königin etwas weicher als die durchtrainierten Körper der anwesenden Kriegerinnen. Lange schwarze Haare umrahmten ein nahezu perfektes Gesicht, das durch einige kleine Narben eine geheimnisvolle Geschichte zu erzählen schien. Die Königin baute sich demonstrativ vor ihm auf und musterte ihn scharf, als würde sie direkt durch seine Augen in seine Gedanken sehen. Dann wendete sie sich ab und gab ein kleines Handzeichen worauf Pirx ein Stuhl vor dem Thron aufgestellt wurde. Die Königin setzte sich und lehnte sich zurück, dann schien ihr gesamter Körper ihm durch eine Muskelkontraktion den Befehl zu geben sich auch zu setzen. Den nächsten eigenen Gedanken fasste er erst wieder als er im Stuhl saß und darüber nachdachte ob sein Mund offen oder geschlossen war, wobei er sofort feststellte das letzteres der Fall war und seine Zähne vor Anspannung knirschten. Diese Prozedur war ihm zwar nicht neu aber mit dieser Machtdemonstration hatte er nicht gerechnet. Ihre braunen, fast schwarzen Augen musterten ihn und sie schien die Reaktion auf diese Art der Maßregelung abschätzen zu wollen. Als sie sah das Pirx nicht unruhig reagierte, entspannte sie sich etwas und Pirx hatte das Gefühl jemand würde ein Messer von seiner Kehle nehmen. Sie sprach ihn im Slang der Amazonen an und bedeutete ihm gleichzeitig durch eine Handbewegung zum Ohr das er nur zuhören sollte. Sie erklärte ihm welche Waren benötigt wurden und welcher Preis maximal gezahlt werden sollte, ausserdem stellte sie die Bedingung das ihn drei Kriegerinnen begleiten sollten um einige Erfahrunge im interplanetaren Handel zu machen. Pirx musste zwangsläufig einwilligen da die Preise für die Waren nicht die Kosten decken würden, und wie er wohl zurecht befürchten musste, das er den Audienzsaal andernfalls nur mit gebrochenen Knochen verlassen würde. Auch das hatte er schon mit ansehen müssen. Nachdem die Königin das Gespräch beendet hatte machte sie eine geringschätzige Handbewegung und beachtete ihn nicht weiter. Pirx stand vorsichtig auf und bewegte sich verunsichert auf die Tür zu. Er rechnete jeden Moment damit das noch etwas passieren würde, aber er konnte den Saal ohne Zwischenfälle verlassen. Als er aus dem Gebäude trat fingen seine Beine an zu wackeln und die Zähne schlugen wie bei Schüttelfrost aufeinander. Eine derartige Erfahrung hatte er noch nie gemacht und ihm war auch nicht bewusst das er sich irgendwie hatte gehen lassen und die Königin etwa "ungebührlich" betrachtet hatte. Da die Amazonen sich im allgemeinen sehr ähnlich sahen, waren seine Sinne eigentlich schon genügend abgestumpft um sich nicht von ihrer Schönheit beeindrucken zu lassen. Nachdem er sich einigermaßen beruhigt hatte kehrte er an Bord seines Frachters zurück und bereitete die Kabinen für die Kriegerinnen vor. Nachdem die drei angekommen waren, war er angenehm überascht über das entspannte Auftreten der drei. Sie akzeptierten sofort ihre Unterkunft und liessen sich, nachdem sie sich eingerichtet hatten, alle anderen Räume des Frachters zeigen. Selbst die geringe Schwerkraft schien ihnen nichts Neues zu sein. Pirx entspannte sich und fing an das Schiff für die nächsten sechs Monate vorzubereiten. Die Reise verlief ruhig und einigermassen erfolgreich da er doch noch einen kleinen Gewinn für sich verbuchen konnte. Einige der erforderlichen Waren waren wohl Ladenhüter und er hatte sie fast geschenkt bekommen. Das meiste waren alte Werkzeuge und Metalle, die nur in der Anfangsphase einer Planetenbesiedlung gebraucht wurden. Nachdem er auf drei verschiedenen Planeten seine Ware zusammengesammelt hatte machten sich sich wieder auf den Rückweg, wobei ihm wieder einmal auffiel das sich das Verhältnis zu den dreien sich nicht im geringsten geändert hatte. Ihr Verhalten ihm gegenüber war sehr höflich aber distanziert und ihre Gespräche untereinander drehten sich eigentlich nur um belanglose Dinge. Pirx steuerte den Planeten der Amazonen an und orderte die Shuttles für den Transport der Waren und begleitete die drei zum Palast der Königin, wo sie sich höflich von ihm verabschiedeten. Er meldete sich bei einer der Wachen an, um der Königin die Frachtpapiere zu übergeben. Die Königin ließ etwas auf sich warten und Pirx beschlich ein etwas mulmiges Gefühl. Als die Königin den Raum betrat fing er leicht an zu zittern was sie mit einem leicht mitleidigem Lächeln quittierte. Sie verglich die Frachtpapiere mit ihrer Bestellung und händigte ihm dann seine Abbuchungsbestätigung aus.

" Wir sind zufrieden mit dir, und laden dich zu einem kleinen Fest ein, das heute Abend stattfinden wird".

Dem Ton konnte er entnehmen das eine Ablehnung nicht erwünscht war. Sie machte stehenden Fusses kehrt und gab den umstehenden Kriegerinnen einige Befehle, worauf sie ihn sehr bestimmt aufforderten sie in eine abgelegene Kammer zu begleiten. Dort konnte Pirx sich waschen und fand die auf dem Planeten übliche Universalkleidung vor. Als er fertig war und die Kammer verlassen wollte, stellte er fest das eine Kriegerin ihm den Weg versperrte und ihn zurechtwies das er sich noch auszuruhen hatte. Er fügte sich also in sein Schicksal und erkundete die Kammer etwas. Auf einer kleinen Anrichte stand etwas Obst und gekühlte Getränke bereit, von denen er sich bediente. Obwohl die Situation für etwas ungewöhnlich war beruhigten sich seine Nerven etwas und er ruhte sich etwas auf dem in der Kammer stehendem Kanape aus. Nach etwa einer Stunde öffnete sich die Tür und eine der Kriegerinnen die ihn auf der letzten Reise begleitet hatten, forderte ihn zum Mitkommen auf. Sie mussten eine Weile gehen wobei er kaum mit der jungen Frau mithalten konnte. Irgendwie kam er sich hier fehl am Platze vor. Sie betraten dann einen riesigen Saal, in dem eine halbkreisförmige Tafel aufgebaut war. An dem einen Ende des Saals befand sich eine Bühne auf dem einige Musikinstrumente aufgebaut waren. Die Kriegerin bugsierte ihn in eine Ecke des Saals in der schon einige weitere Personen herumstanden und sich leise unterhielten, darunter waren auch einige der Leute die Pirx schon von seinen Geschäften her kannte. Es fiel ihm leicht einige belanglose Gespräche zu führen und so die Zeit zu überbrücken. Etwas Abseits fiel ihm irgendwann ein junger Mann auf, der sichtlich unbeindruckt von der Situation sich mit wachen Augen im Raum orientierte. Pirx tippte das er einer der Piloten war die noch in Kriegszeiten ihre Ausbildung absolviert hatten. Er sprach den jungen Mann an und versuchte ein Gespräch in Gange zu bringen, was dieser aber nach einigen Fragen nach seiner Herkunft mit einem leichten Lächeln abwies. Allerdings erfuhr er das er richtig getippt hatte und das er einen Vertreter der Tramp Frachtgesellschaft vor sich hatte und das dieser ebenso ungewöhnlich zu seiner Einladung gekommen war.

Plötzlich kam Bewegung in den Saal als einige Musiker sich an der offenen Seite der Tafel aufstellten und die Kriegerinnen einen zusätzlichen Tisch hereinbrachten der an der offenen Seite des Halbkreises plaziert wurde. Dann trat die Königin herein und bat höflich alle Gäste zu Tisch. Nachdem alle Platz genommen hatten, wurde der Thron der Königin hereingetragen und die Königin setzte sich. Das war das Signal das das Essen hereingetragen wurde und die Musiker zogen sich etwas zurück und spielten leise auf dem Planeten beliebte Melodien. die Königin erhielt ihre eigenen Speisen während sich die Gäste die angebotenen Speisen teilen mussten. In etwa entsprach das der Situation der Gäste, die sich aus Dienstleistern des Hofes zusammensetzten.

Das Essen verlief ruhig und hier und da kamen Gespräche auf die sich mit der derzeitigen politischen Situation befassten. Als das Essen dem Ende zuging, winkte die Königin seine Begleiterin, die etwas Abseits stand, zu sich und wechselte leise einige Worte mit ihr. Dann ging seine Begleiterin an die Tafel und bedeutete dem Piloten der Tramp Frachtgesellschaft ihr zu folgen. Die Musiker beendeten ihr Spiel und zwei Kriegerinnen öffneten einen Vorhang an der Wand des Saals hinter den Gästen an der Tafel. Die Königin erhob sich, so das der Tisch und der Thron der Königin herausgetragen werden konnte. Die Königin entledigte sich der Residenzkleidung und machte einige Dehnübungen. Im Saal wurde es langsam still, denn das hatte wohl nichts gutes zu bedeuten. Dann trat der Pilot der Tramp Gesellschaft wieder in den Saal. Er hatte seine offizielle Kleidung gegen einen leichten weit geschnittenen Kampfanzug eingetauscht. Er fixierte die Königin, die noch mit den Dehnübungen beschäftigt war und sprintete dann auf sie zu. Im gleichen Augenblick fingen hinter den Gästen die Musiker an, auf Trommeln den Rhytmus seiner Schritte wiederzugeben. Die Königin ließ sich im gleichen Augenblick fallen als der Pilot ihr einen Tritt versetzen wollte, so das er über sie hinwegsprang. Sie war sofort wieder auf den Beinen und setzte ihm nach. Das was dann folgte war ein wahres Feuerwerk an verschiedenen Schlägen die die beiden austauschten. Pirx hörte trotz der Trommeln das Geräusch der aufprallenden Körperteile heraus. Die gesammte Vorführung dauerte nur einige wenige Minuten, aber Pirx spürte wie sich alle verspannten als würde das ganze einige Stunden dauern. Das Trommeln schienen mal für den einen oder anderen Partei zu ergreifen oder sogar die nächsten Schläge vorauszuahnen. Die beiden beendeten ihren Kampf gegenüberstehend, den rechten Arm mit dem Gegner gekreuzt. Dann setzten die Trommeln erneut ein und wiederholten wie zur Erinnerung einige Sequenzen des Kampfspiels und hörten gleichzeitig auf als die Königin ihre Gäste mit einer Geste verabschiedete. Das Publikum stand noch einen Augenblick herum und verließ dann grössten Teils schwer beeindruckt und leise den Saal . Als Pirx kurz vor der Tür stand erschien seine Begleiterin wieder, lächelte etwas kokett und führte ihn wieder zur Umkleidekammer. Sie begleitete ihn dann zum Schuttle der ihn wieder an Bord seines Frachters brachte. Pirx wusste was das zu bedeuten hatte und setzte sofort einen Kurs aus dem System heraus.

 

 

Tramps Abenteuer bei den Amazonen

 

Tramp liess sich nach der Vorstellung mit der Amazonenkönigin dazu überreden noch eine Weile zu bleiben, die Königin wollte ihn in die Lebensweise der Amazonen einführen, etwas das wohl aufgrund der strengen Lebensführung der Amazonen selten einem Mann wiederfuhr.

Tramp hatte die Königin auf einem Nachbarplaneten kennengelernt, während er sich in den Vergnügungsvierteln herumtrieb. In irgendeiner Bar flog zuerst die Tür auf dann folgten die beiden Türsteher und dann hatte die Königin mit fünf ihrer Kriegerinnen ihren Auftritt. Sie setzten sich an einen der Tische und das Personal nahm zuerst etwas verunsichert ihre Bestellung auf. In der Zwischenzeit standen auch die Türsteher wieder auf und redeten auf das Personal ein. Für Tramp roch das mächtig nach Ärger. Die sechs Frauen sahen sehr athletisch aus und unterschieden sich kaum voneinander. Es war auch nicht unbedingt ersichtlich wer die Gruppe führte, weil die sechs sich in ein normales Gespräch vertieften und ihre Getränke schlürften. Das Publikum beruhigte sich wieder, und ausser einigen verstohlenen Blicken wurden die sechs in Ruhe gelassen. Tramp widmete seine Nachdenklichkeit wieder seinem Getränk und sann über alte Zeiten nach. er war jetzt 27 Jahre alt, hatte 2 Ehen hinter sich und zwei Kinder die er nie zu Gesicht bekam . Er konnte seine Frau zwar verstehen das sie sich von ihm trennte und ihre eigenen Wege ging, aber mit den Schmerzen darüber umzugehen war ihm noch nicht richtig gelungen. er bestellte sich noch einige Drinks, hörte ein wenig der Musik an der Bar zu die leise aus ein paar Lautsprechern kam, und beschloß dann ein Hotel zu suchen und sich am nächsten Tag ein wenig Abwechslung zu verschaffen. Die Amazonen hatten etwa 1 1/2 Drinks vorher die Bar verlassen ohne das es einen weiteren Aufruhr gab.

Tramp kam etwa 2 Strassen weit , als er das Geräusch einer Schlägerei vernahm. In einer Seitenstrasse sah er wie die Frauen aus der Bar sich mit etwa einem dutzend Halbstarker auseinandersetzten. Drei davon lagen schon auf dem Boden und krümmten sich vor Schmerzen. Die Frauen wirkten völlig entspannt als hätten sie schon häufiger solche Auseinandersetzungen gehabt. Tramp hatte, was Frauen und Kinder anging, keinen allzugrossen Beschützerinstinkt und beschloss daher sich nicht einzumischen und weiter nach einem Hotel zu suchen. Allerdings endete die Strasse nach einer Kehre in einer Sackgasse so das er den gleichen Weg zurückgehen musste. In der Zwischenzeit hatte sich die Schlägerei auf die Strassenkreuzung verlagert, so das ihm der Weg versperrt war. Eine der Kriegerinnen schien leicht verletzt zu sein und die Zahl der Halbstarken hatte sich auf sechs reduziert. Territorialkämpfe waren bei den Siedlern aufgrund ihrer Lebensumstände eine heikle Sache, so das man damit rechnen musste, auch den letzten Mann niederzukämpfen. Tramp beschloss sich die Sache in Ruhe anzusehen und sich nicht einzumischen. Plötzlich überraschten die Amazonen die jungen Männer mit einem Scheinangriff der die Gruppe drei zu drei teilte und die Kriegerinnen teilten sich zwei zu vier. Was dann folgte ging so schnell das man nur ein paar Knochen brechen hörte und die letzten drei Halbstarken sahen sich sechs Gegnerinnen gegenüber. Die Amazonen liessen den dreien keine Zeit zum aufgeben und fertigten sie ebenso schnell ab. Tramp hoffte das er selbst jetzt weitergehen konnte, da trat eine der Frauen auf ihn zu und griff ihn unvermittelt an. Aus reinem Reflex heraus wehrte er ihre Schläge und Tritte ab und warf sie zu Boden, wobei er ihr einen Arm umdrehte und sie so am Boden hielt. Sie fluchte etwas in einer Sprache die er nicht verstand. Er forderte sie in der Standardsprache zum aufgeben auf , woraufhin sie wütend mit der Hand auf den Boden schlug, was er als Einwilligung auffasste und sie losliess. Sie sprang auf und vollführte eine Art Scheinangriff der darauf ausgerichtet war ihn zu erschrecken. Als er darauf nicht einging fing sie an sich zu beruhigen, sprach ihn an und fragte ihn nach seinem Namen. Er gab kurz Auskunft und erklärte ihr dann das sie nach dieser Nummer nicht hier bleiben könnten, worauf sie nur etwas verlegen lächelte. Ihm schwante das er in eine kleine Falle geraten war. Sie fragte direkt nach seinem Schiff und ob er sie mitnehmen könnte, sie würde ihn auch bezahlen. Rational war dagegen nichts einzuwenden, er hatte nur das Gefühl das er grösseren Ärger bekam wenn er ablehnte. Sie schlichen s

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