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Der Kampf

 

Tramp wurde von der kleinen Prinzessin in die Arena geführt deren Boden mit einem elastischem, griffigen Belag ausgelegt war. Der Kampfbereich war durch Seile vom Publikum abgetrennt, das sich wie in einem Amphitheater auf Tribünen befand. Tramp gegenüber wurde seine Gegnerin hereingeführt. Die Prinzessin hatte ihm das Protokoll der Veranstaltung erklärt, und das es bei diesem Kampf um eine Auflockerung des Publikums handelte. Gelegentlich gab es bei solchen Veranstaltungen handfeste Schlägereien und so eine Showeinlage dämpfte ein wenig die Aggressionen. Die Regeln schränkten die Handlungen der Kämpfer soweit ein, das, bis auf ein paar Verletzungen, beide den Ring wieder auf eigenen Füssen verlassen konnten. Der Kampf war nicht zeitlich begrenzt, endete aber wenn einer der Gegner sichtlich geschwächt war. alle nachfolgenden Kämpfe waren dann Off Limits so das ein Gegner auch getötet werden konnte. Dieses Mal waren keine Musiker anwesend. Der Kampf begann in dem Augenblick als die Kämpfer alleingelassen wurden. Die Amazone führte die ersten Scheinangriffe aus um den Körper in Kampfbereitschaft zu bringen. Tramp wich ihr aus und versuchte seinerseits Treffer zu landen. Da sie etwa so gross war wie er selbst und ein wenig leichter, ging bei ihr alles ein wenig schneller von statten. Als er versuchte ihr die Beine unter dem Körper weg zuschlagen sprang sie einfach in die Luft und versetzte ihm einen schweren Treffer an die Stirn, gleichzeitig flog sein Arm nach oben bekam das Bein zu fassen und riss es amgestreckten Arm nach oben worauf sie flach auf den Rücken fiel. Die Wirkung des Treffers am Kopf setzte Sekunden später ein und er versuchte sich auf Distanz zu halten. Die Amazone kam schnell wie eine Katze hinter ihm her, landete ein paar Faustschläge auf seiner Deckung. Langsam liess das dumpfe Gefühl in seinem Schädel nach und er konnte sich wieder auf das Kampfgeschehen konzentrieren. Langsam registrierte er das seine Gegnerin völlig gefühllos agierte und seine Schläge zwar hart waren, aber kaum Wirkung zeigten. Das ganze liess auf ein hervoragendes mentales Training schliessen. Er musste sich darauf einstellen das er hier regelrecht vorgeführt wurde, wenn er seine Geschwindigkeit nicht anpassen konnte. Im Geiste ging er zurück zu seiner Grundausbildung und vergegenwärtigte sich seinen Lehrmeister und wie dieser seine Tritte und Schläge eingesetzt hatte um nicht parierende Schüler zur Raison zu bringen. Das war wo Tramp die schnellsten Schläge und Tritte zu Gesicht bekommen hatte. Tramp spürte das er gehemmt war und sein Körper nicht schnell genug reagierte. Die Bewegungen mussten schneller werden, so schnell wie das Bild das er von seinem Meister im Kopf hatte. Er landete einen schweren Treffer mit dem Schienbein in ihrer Seite. Offensichtlich war sie etwas überascht, den er konnte für einen Sekundenbruchteil ein Funkeln in ihren Augen erkennen. Jetzt ging sie auf Distanz. Tramp liess ihr den Spielraum um eine Lücke in ihrer Deckung zu suchen. Als sie wieder Angriff kam er ihr zuvor und streckte einfach nur seinen Arm, traf mit dem Handballen die Stirn und überrannte sie einfach. Sie war davon so überrascht das sie eine Sekunde lang auf dem Rücken liegenblieb. In diesem Moment schrie die Königin laut auf und beendete den den Kampf.

 

Die Prinzessin erwartete ihn bereits am Ring und führte ihn etwas abseits hinter eine Holzwand wo er sich waschen und die Universalkleidung anlegen konnte. Das Publikum hatte dem Kampf scheinbar unbeteiligt mit angesehen. aber jetzt regten sich doch die ersten Gespräche, an denen man merken konnte das wohl die meisten sehr beeindruckt von der Vorstellung waren. Nachdem er sich angekleidet hatte empfing ihn die Prinzessin und führte ihn zu einem Platz in der Nähe der Königin. Seine Gegnerin hatte man auf der gegenüberliegenden Seite des Rings plaziert. Das das Publikum offensichtlich beeindruckt war, wurde jetzt deutlicher, denn auch wenn es eigentlich kaum zu sehen war, schien der Abstand zu ihr grösser zu sein als zu den anderen Sitznachbarinnen. Als könnte sie seine Gedanken lesen funkelte es kurz in ihren Augen und dann lehnte sie sich etwas entspannter zurück.

 

Die anderen Kämpfe waren ähnlich gestaltet, und nach Altersklassen gestuft. Man konnte deutlich erkennen wo für die Amazonen der Vorteil eines derartigen Verfahrens lag. Die Amazonen mit dem geeigneten genetischen Potenzial waren deutlich beweglicher und erzeugten eine Art stillschweigender Übereinstimmung in der Körpersprache. Tramp kannte das Phänomen aus alten Überlieferungen, war sich aber nie so deutlich bewusst geworden das das der Ursprung einer Stammeskultur sein könnte. Die ersten tödlichen Kämpfe begannen ab einem Alter von 21, und die Königin war die einzige die in die Kämpfe eingreifen durfte. Insgesamt wurden bis zum Morgengrauen etwa zweihundert Kämpferinnen vorgestellt von denen etwa 30 diese Prozedur nicht überlebten.

 

Als die Königin die Veranstaltung beendete, stand die Sonne schon eine Weile am Himmel und der Morgennebel erzeugte eine Art Traumland der das in der Nacht erlebte zu einem sehr tiefgreifendem Erlebnis machte. Die Königin verwickelte ihn noch kurz in ein Gespräch als wollte sie die Wirkung abschätzen und dann verbrachte er den Tag in einer Art Halbschlaf in dem sich das Erlebte wie eine leichte Betäubung über seine Wahrnehmung legte.

 

 

Der Gerichtsplanet

 

Als Gryff auf dem Gerichtsplaneten ankam, musste er feststellen das es kaum menschliches Personal gab. Bei der Ankunft am Raumterminal mußte er seine Identitätskarte in eine Konsole stecken und wurde dann aufgefordert mündlich seine Interessen vorzutragen. Daraufhin gab das Gerät einen Einwegkommunikator aus mit dessen Hilfe Gryff aufgerufen wurde und der ihm seine nächsten Schritte und Termine vorgab um ihn exact zum vorbestimmten Zeitpunkt zur Verhandlung in das für seinen Fall zuständige Gericht zu leiten. Der Komunikator durfte bis zum Verlassen des Gerichtsplaneten nicht abgelegt werden und speicherte beim Anlegen das genetische Profil des Trägers ab. Damit, so schien es war eine laufende Kontrolle gewährleistet um Störungen auf dem Gerichtsplaneten zu unterbinden. Gryff wurde in seine Unterkunft gebracht und konnte sich auf díe Gerichtsverhandlung vorbereiten. In seinem Zimmer fand er eine Broschüre die den Leser in die Philosophie des Gerichtsplaneten einführte. Nachdem man festgestellt hatte das auch die Menschen die beim Gericht angestellt waren ( Staatsanwälte Richter usw ) ihren krankhaften Neigungen zum Opfer fielen, erstellte man Programme die entsprechenden Sachverhalte nach Schlüsseln durchsuchte und danach Pauschalurteile fällte. Auch hatte man Anwälte abgeschafft. Mord und Sexualdelikte fielen nicht mehr unter das Strafrecht weil man damit in die Steuerung der genetischen Programmierung eingriff und eine unobjektive Selektion verursachte in dessen Verlauf es zu erheblichen Störung des Kommunikationsverhaltens von Gruppen kam. Also etwas das man bei der Besiedelung fremder Planeten nicht gebrauchen konnte. Allerdings hatte man endlich auch gelernt wie man das mit den Führungskräften regeln musste. Auf der Erde flachte die Effektivität sprichwörtlich regelmässig aufgrund von falschen Eingriffen von Seiten der Gerichte ab und stürzte die Bevölkerung ins Elend. Man hatte die Aufgabenstellung also analysiert, und war zu dem Schluss gekommen, das das Recht automatisiert werden könne. Ein Trugschluss der ohne Berücksichtigung der gegenteiligen Fakten und der Soziologie schon vielen unterlaufen ist. Auf der alten Mutter Erde war die Geschichte gespickt mit solchen Fehlern. Eigentlich bot die Erde nur genug Platz für etwa 100 Millionen Menschen wenn man langfristig dachte. Aber das taten die wenigsten. Die meisten Menschen betrachteten die Geschichten über die Evolution und die Veränderungen des Planeten Erde nur als psychologischen Kick um sich zu erschrecken oder sich anderweitig gegenseitig zu beindrucken, oder als Argument um sich irgenwelche Spenden für irrsinnige Projekte zu erschleichen. Aber es gab einige Ausnahmen und nachdem die Technologie des interstellaren Raumflugs akzeptiert wurde, war der Rest ein Selbstgänger. Den Gerichtsplaneten hatte man eingerichtet um die interstellaren Aktivitäten der einzelnen Organisationen zu kontrollieren und bei Bedarf einzugreifen. Man hatte gehofft wenn die Maschinen diesen Aufgabenteil übernahmen, würden die Konflikte nicht zu persönlichen Konflikten mit dem Staat ( Organisation ; Anm. des Übersetzers )werden. aber da hatte man sich getäuscht. immerhin stellten sich die Menschen immer da an wo der eigene Misserfolg sozusagen vorprogrammiert war. Wegen dieses Effekts hatten auch Lotterien einen so grossen Erfolg.

 

Gryff wurde also von den Nachrichten am Kommunikator geführt, und konnte sich bis zum Entscheidungstermin frei bewegen. Um sein Geschäft zu betreiben brauchte er einen Gerichtsentscheid der ihm sozusagen die Rechtmäßigkeit seiner Geschäftsgrundlage bestätigte. Sollte dem Gericht keine andere Lösung für diese Problematik vorliegen, konnte er mit einem negativen Urteil rechnen und sein Geschäft auf der Basis seiner vorgebrachten Argumente betreiben. Die Angelegenheit war eigentlich nicht so schwerwiegend, aber da es immer noch Personen und Institutionen gab die Rechte sammelten ohne sie je in Anspruch zu nehmen, gab er dem Gericht so eine eigene Entscheidung an die Hand, auf die er sich berufen konnte.

 

Der Gerichtsplanet war eigentlich ein riesiges Veranstaltungszentrum. Gryff besuchte mehrere Bars und einige Erlebnisparks in denen man sich mit Achterbahnen und anderen Attraktionen auf andere Gedanken brachte.

ihn beschlich wieder mal ein mulmiges Gefühl, das irgend etwas nicht stimmte. Es war wie ein dunkler Fleck in seiner Wahrnehmung dessen Ursache er nicht ergründen konnte. Als ob etwas Wichtiges fehlte. Gryff beschloss mit seinem Bewegungsspielraum auf dem Planeten vorsichtig umzugehen und so das Risiko etwas zu verkleinern. Ihm fiel auf das die anderen "Gäste" etwas angespannt wirkten, als würden sie auf schlechte Nachrichten warten. Es fehlte der Kontrast, eben Menschen die eine positive Nachricht erwarteten. Gryff beschloß sich etwas mit den Nachrichten der letzten Jahre zu beschäftigen, und hoffte so etwas Licht in seine eigene Wahrnehmung zu bringen. Am Kommunikationspult seines Hotelzimmers wählte er in der Datenbank zuerst die Nachrichten der letzten zehn Jahre über die Planetenentwicklung aus. Dann durchsuchte er die Mitteilungen der einzelnen Regierungen und Wirtschaftsorganisationen nach irgendwelchen Hinweisen auf entscheidende Ereignisse. Es gab aber nur einige Nachrichten nach denen es auf mehren Planeten zu grösseren Unfällen gekommen war. Und eine einzige Nachricht auf eine Ausseinandersetzeng zwischen Siedlern bei der mehrere tausend Menschen ums Leben gekommen waren.

 

 

Die erste Schlacht

 

Nachdem Tramp den Planeten verlassen hatte musste er das in den letzten zwei Tagen erlebte erst einmal verarbeiten. Shyana hatte ihn schon vor der Arroganz der Similataeer gewarnt, aber das ging für menschliche Verhältnisse eher in den Bereich von Wahnvorstellungen. Das was man von ihm verlangt hatte um in dieser Region Handel treiben zu dürfen übertraf jegliche Albtraumphantasien die er sich vorstellen konnte. Als erstes sollte er 500 Menschen auf den Planeten bringen um sie einer Prozedur zu unterziehen die vergleichbar mit dem sezieren von Toten war, um aus der physiologie herauszulesen ob der Handel mit Menschen eine Gefahr für die Similataeer darstellte. Dann forderten sie ihn auf sein Schiff zu übergeben und zu Fuss zur Erde zurückzukehren. Das konnte nicht gutgehen. Als sie indas Planetensystem gekommen waren wurden sie sofort von mehreren kleinen Jägern umzingelt, die sie unmissverständlich aufforderten ihre Absichten bekannt zu geben. Tramp hatte sich eigentlich sofort dazu entschlossen auf sie zu schiessen und sich aus dem Staub zu machen, aber Shyana argumentierte so ernsthaft das sie diese Kontakte brauchen würden, das er sie wild musterte und sich auf den Weg zur Oberfläche des Planeten machte. Aber das was ihm vorgetragen wurde ließ ihn an dem Verstand von Shyana zweifeln. Er sollte 500 Menschen auf den Planeten bringen die dort einer Prozedur unterzogen werden sollten bei der sie langsam getötet wurden und anschließend darauf untersucht werden sollten ob sich die dabei festgestellten Unterschiede mit den Lebewesen auf dem Planeten vertrugen. Es hörte sich an als wäre es ein altes Schamanenritual, das etwas ausser Kontrolle geraten war. Nachdem er sich etwas beruhigt hatte, versuchte er aus Shyana herauszubekommen was sie als nächstes tun sollten aber sie meinte lapidar, sie müssten abwarten. Drei Tage später wurde ihnen mitgeteilt das man ein neues Angebot hätte, da man wohl das erste Gespräch nicht richtig eingeschätzt hatte. Danach sollten sie statt 500 Menschen 1000 Menschen auf den Planeten bringen, und die notwendige Prozedur übertraf die erste in ihrer Grausamkeit bei weitem. Tramp wies bei seiner Rückkehr als erstes Shyana in die Bedienung der Waffen ein. Shyana behauptete aber weiterhin steif und fest das sie nichts zu tun brauchten, außer abzuwarten. Tramp argumentierte das man das immer gebrauchen konnte um sie dazu zu bewegen sich mit den Ladevorgängen der Geschütze zu befassen und einige Probeläufe mit den Lasern zu fahren. Nach wiederum zwei Tagen wurde er noch einmal auf den Planeten gebeten, wo er auf das übelste beschimpft wurde und aufgefordert das Planeten System zu verlassen. Das konnte er eigentlich nicht glauben aber sie verliessen das System ohne einen Zwischenfall. Shyana gab ihm dann die Koordinaten eines anderen Planten innerhalb dieses Systems und dort wurden sie dann sofort beschossen. Allerdings mit fast unbrauchbaren Waffen. Shyana wirkte etwas erschreckt als hätte sie das nicht erwartet, aber nachdem sie merkte das die Treffer keinen Schaden anrichteten setzte sie sich ohne Tramps Aufforderung an die Bedienkonsole des Waffensystems und feuerte ein paar Warnschüsse aus den Kanonen die die Sprengladungen verschossen, ab. Die Raumschiffe verschwanden sofort auf den Planeten zurück und über Shyana´s Gesicht flog ein rätselhafter Ausdruck. Tramp hatte sich schon daran gewöhnt das sie viele ihrer Gedanken und Vorstellungen für sich behielt und das es wenig Sinn machte sie danach zu fragen. Sie sprach etwas verzweifelt seinen Namen aus fiel dann in eine Art Trance was er schon ein paarmal erlebt hatte wenn eine Situation auftrat die sie nicht einschätzen konnte. Er beschloss das Raumschiff aus dem System zu steuern und Shyanas Reaktion auf die für sie wohl neue Situation abzuwarten.

Tramp kontrollierte die Langstreckenscanner und das Teleskop und richtete sie jeweils abwechselnd auf die beiden Planeten um zu sehen ob sich irgend etwas tat. Er stellte auf automatische Aufzeichnung und beschloss etwas auszuruhen. Er stubste Shyana an und sie öffnete die Augen. Dann nahm er ihre Hand und begleitete sie in den Ruheraum. Etwa sechs Stunden später schrillte plötzlich der Alarm der durch vom Langstreckenscanner erfasste Ereignisse ausgelöst wurde. Shyana und Tramp stürzten in den Pilotenraum und wurden Zeuge eines riesigen Aufgebots von kleinen und mitleren Raumschiffen die sich auf den Planeten der Similataeer zu bewegten.

 

Tramps Ausbilder, der ihn auf den Eintritt in die Raumpilotenschule vorbereite hatte, formulierte den Sinn von Kriegen in der ersten Ausbildungsstunde so: Der Feind ist etwas das die jeweilige Lebenssituation nicht respektiert und mit allen Mittel versucht sein eigenes Programm zu installieren. In diesem Sinne ging die Gefahr nicht nur von Personen aus sondern war jeder "Gegenstand" der nicht in die Lebensweise eines Volkes passte, beseelt. In einer Gruppe von Menschen die über mehrere Jahrhunderte zusammenlebt, ergibt sich im Laufe der Zeit ein Bestimmter Sprachgebrauch der sich ständig wiederholt und damit einen Zeitrahmen schuf in dem sich immer Wiederkehrende Ereignisse abspielte. Das einfachste Beispiel war auf der Erde der Ablauf der Jahreszeiten in den das Säen, Pflegen und Ernten eingebettet waren. Die diversen Programme oder Handlungsszenarien für alle anderen Aktivitäten wurden durch Gesetze eingeschränkt um ein Argument zu haben störende oder gefährliche Einflüsse einzugrenzen oder zu beseitigen.

Aufgrund von Tramps Erziehung durch Einbeziehung von Gegenständen der Natur, wie Pflanzen und Tiere sowie Besonderheiten der Geologie und Geographie, waren die von seinem Ausbilder formulierten Kriegsgegner eben jene Gegenstände und Lebewesen, von denen er wusste das er nicht soviel Einfluss nehmen durfte um sich aus den Überschüssen seiner Umwelt zu bedienen.

Das was sein Ausbilder ihm gerade erklärte, würde ihn selbst zum Feind seiner Umgebung machen. Erst später wurde ihm klargemacht das seine Ausbilder krankhaft veranlagt waren und selbst zum Feind gehörten. Auch war die gesammte Ausbildungsgruppe vom Feind ausgesucht und zusammengestellt um den zukünftigen Gegner richtig einschätzen zu können und um das richtige Timing für Sabotageaktionen und Störungen zu erstellen. Das dazugehörige Programm dem die Zusammenstellung dieser Gruppen zugrunde lag hörte sich zwar positiv an hatte aber den Nebeneffekt das jeder der daran in einer bestimmten Form daran teilnahm, das Gefühl hatte alles was er bisher wusste war falsch. Tramps Frau war das erste Opfer dieser heimtückischen Vorgehensweise. Was dann folgte war ein regelrechtes Psychomassacker, und wer nicht freiwillig Selbstmord beging, erlitt aus unerklärlichen Gründen Unfälle die meist tödlich verliefen. Nach dem Tod seiner Frau beobachtete Tramp den Gegner sehr genau und entwickelte sein persönliches Trainings und Verhaltensprogramm, das den Gegner so massiv täuschte das selbst Tramp häufig von der Wirksamkeit der von ihm entwickelten psychokinetischen Waffen überrascht war. Der Feind nahm ihn zwar mehrfach gefangen aber durch die gemachten Erfahrungen könnte Tramp seine Absichten und Gefühle so stark verbergen, das die meisten ihn für einen völligen Hohlkopf hielt der, wenn man ihn tötete nicht genug Text hergab um damit zu prahlen und Heldenlohn einzufordern.

Krieg diente nach den Worten seines Ausbilders dazu, den Feind zu erniedrigen unlders dazu, den Feind zu erniedrigen und damit auf einen Gegenstand minderen Wertes zu reduzieren den man gefahrlos beseitigen konnte.

 

 

Spark, einige Jahre früher

 

Tramp öffnete die Luke des Shuttles und stellte die Automatik an, die ihm ermöglichte bei der Rückkehr die Luke von aussen zu öffnen. Das Signal das er angepeilt hatte war ihm fremd. Während er den Asteroiden anflog hatte er mehrere künstliche Gebilde entdeckt, die sich an den Felsen klammerten, sowie ein ihm unbekanntes Raumschiff, das sich allerdings in einer merkwürdigen Position befand. Der Rumpf stand mit der Spitze auf dem Asteroiden und wurde wohl nur von der geringen Gravitation in dieser Position gehalten. Das Funkgerät seines Anzugs konnte die Frequenz des Senders nicht empfangen oder senden, so das er auf gut Glück sich auf den Weg machte. Als er die Gebäude erreichte, konnte er erkennen das die Fenster abgeschirmt waren aber eindeutig ein schmaler Lichtschein durch einige Ritzen drang. Er bewegte sich langsam zu dem was er für eine Tür hielt, und klopfte mit einem Stein dagegen. Da er nichts hören konnte ging er erst einmal wieder auf Distanz um zu beobachten ob sich irgend etwas regte. Er sammelte einige Steine und warf sie gegen die Fenster in der Hoffnung das dort jemand öffnete. Nach einer Weile klappte eine der Abschirmungen nach oben. Eine Gestalt erschien in dem Licht und sah nach draussen. Tramp liess die Lampen seines Anzugs aufblinken, woraufhin die Person verschwand, wie er hoffte um die Tür zur Luftschleuse zu öffnen. Um die Tür gingen schliesslich ein paar Lichter an und die Tür öffnete sich. Tramp ging hinein und die Tür schloss sich. Als er die ersten Geräusche hörte, versuchte er festzustellen ob die Atmosphäre atembar war, aber die Anzeige des Gaspürgerätes zeigte keinerlei Reaktion. Als sich die innere Tür öffnete stand dort ein etwas exotisch aussehender Junge, der ihm ein paar Zeichen machte die er nicht verstand. der Junge machte ein paar Schritte auf ihn zu und zog ihn in das Innere der Station. Er schloss schnell die Tür, und sah dann neugierig durch die Scheibe von Tramps Helm in sein Gesicht. Offenbar war er zufrieden als er ein menschliches Gesicht erkannte und machte ein paar Zeichen die Tramp verstand. Offenbar musste die Luft im Inneren der Station an den menschlichen Organismus angepasst werden. Nachdem der Junge sich ein Atemgerät umgeschnallt hatte und er einen Einsatz in die Nase gestopft hatte machte er Tramp ein Zeichen, das dieser seinen Helm öffnen könne. Tramp öffnete diesen und stellte fest das die Luft atembar war aber stark nach Ammoniak roch der Junge sprach ihn in der Universalsprache an, aber Tramp konnte ihn aufgrund seiner verzerrten Aussprache kaum verstehen. Aus dem was er verstand setzte er sich die Ereignisse so zusammen. Der Junge war mit einer Gruppe von Bergarbeitern hier gelandet zu der auch seine Familie gehörte. Eines Tages hatten sie einen Defekt an ihrem Raumschiff und mussten auf dem Asteroiden notlanden ( wenn man das so nennen wollte). Während das Raumschiff repariert wurde stiess der Asteroid mit einem anderen Asteroiden zusammen. Dabei wurden alle anderen hinaus in den Raum geschleudert und nur er und seine Schwester waren in dem Gebäude geblieben, weil sie noch zu jung für Arbeiten im Raum waren. Seine Schwester hatte sich bei dem Aufprall schwer verletzt und befand sich in einer Regenerationskammer. Insgesamt war er jetzt 2 Standardmonate allein auf dieser Station. Der Junge schien emotional kaum berührt zu sein aber Tramp erkannte an leichten Unregelmässigkeiten im Verhalten des Jungen, das das Ganze nicht spurlos an ihm vorübergegangen war. Tramp hatte vor der Landung sämtliche Langstreckenscanner eingeschaltet um sicher zu gehen das sich das Asteroidenfeld kaum bewegte und hatte auch den sich etwas abnorm verhaltenden Asteroiden gesehen, der wohl die Katastrophe ausgelöst hatte. Er erklärte dem Jungen das er ein grösseres Raumschiff flog und das er die beiden mitnehmen würde wenn er die Atmosphäre an Bord anpassen könnte. Der Junge verstand ihn nicht gleich aber wehrte dann energisch ab. Seine Schwester müsste noch weitere vier Wochen in der Regenerationskammer verbringen und die Kammer konnte man nicht aus der Station ausbauen. Aber erkönnte nachsehen ob das Schiff repariert worden sei und das könne er selbst fliegen. Er hätte sonst auf seine Schwester warten müssen da man die Raumanzüge nur mit Hilfe von aussen anlegen konnte. Tramp willigte ein ihm dabei zu helfen. Nachdem der Junge in seinem Raumanzug steckte und sie die Funkfrequenzen aufeinander abgestimmt hatten machten sie sich zusammen auf den Weg zu dem Raumschiff. Jetzt konnte Tramp erkennen das die Station offenbar ein autarker Teil des Schiffes war der nach Bedarf abgelöst werden konnte. Äußerlich waren kaum Schäden zu erkennen aber im inneren hatten viele Teile ihren Stammplatz verlassen und wichtige Anlagen beschädigt. Der Junge überprüfte zielsicher die beschädigten Anlagen und stellte fest das die äusserlichen Schäden zwar beseitigt waren, aber die elektrischen Anlagen zur Steurung nicht funktionierten. Diesen Teil der Raumschiffe kannte er noch nicht, so das er mit einer Reparatur überfordert war. Während sie das Schiff betreten hatten rotierte es bereit in Tramps Kopf ob er das Schiff, das sehr viel kleiner als sein eigenes war, in irgend einer Form ankoppeln konnte um es mitsamt der Station zu einem Planeten bringen zu können. Tramp erklärte das dem Jungen und fragte ob die Station genug Energie hätte um sich ein paar Monate durch den freien Raum zu bewegen. der Junge machte das Zeichen für zwei Jahre und Tramp fragte ihn wie lange sie brauchen würden um den Heimatplaneten zu erreichen. Dabei kamen sie auf die Frage wie schnell die Einhorn sei und der Junge machte ein Gesicht das wohl Erstaunen ausdrückte. Er erklärte aber nichts weiter und gab die Distanz mit etwa 3 Monaten bei der von Tramp angegebenen Geschwindigkeit an. Tramp zeigte sich einverstanden und machte das Zeichen für Rückkehr zur Station. Bevor sie in die Station zurückkehrten, sah Tramp sich das Schiff von aussen genau an . Die Aussenhülle war sehr zerfurcht was er auf einen ihm fremden Herstellungsprozess zurückführte. Auch an dem Antrieb konnte er nichts wiedererkennen das auf eine ihm bekannte Technologie schliessen ließ. Die Nase war flach und das Schiff hielt sich dadurch in der Senkrechten. Die Abmessungen würden etwa passen wenn er eine magnetische Kupplung verankern konnte. Ausserdem musste sich das Schiff lösen und vom Asteroiden enfernen. Der Junge erklärte das dieser Teil des Schiffes noch funktionierte und das er ihn auch bedienen konnte. Als sie zurück auf der Station waren erklärte ihm Tramp was er vorhatte und liess sich den Vorgang erklären wie die Station wieder an Bord genommen wurde. Dazu musste allerdings einer die Station bewegen und einer an Bord des Raumschiffes die Koordination erledigen. Insgesamt würde das ganze wohl zwei Tage dauern und obwohl der Junge sehr aktiv war merkte man ihm an das er dringend Schlaf benötigte. Sie einigte sich auf eine Schlafpause und Tramp kehrte mit dem Shuttle zur Einhorn zurück. An Bord berechnete er mit den Angaben über das Gewicht und die Entfernung den Kurs zu dem Heimatplaneten des Jungen und bereitete dann Aussenbords die Magnetklammern vor die er von den Androiden an der Aussenhaut des Schiffes befestigen lassen wollte. Da die Androiden eine solche Aktion im Programm hatten, brauchte er das nur an die Struktur des Schiffes anpassen. Danach brauchte er selbst ersteinmal Schlaf. Als er geweckt wurde machte er sich sofort auf den Weg zur Station und wurde dort schon von dem Jungen am Fenster erwartet. Sie begannen damit die Station vorzubereiten und wechselten dann auf das Schiff, um es etwas von dem Asteroiden zu entfernen. Der Name des Jungen klang etwa so wie Srprck weshalb er ihn Spark nannte. Als das Schiff in der richtigen Position stand, gab er dem Jungen einen von seinen Raumanzügen mit Düsensteuerung damit er auf die Station zurückkehren konnte. Über Funk koordinierten die beiden ihr Vorgehen und nach etwa 3 1/2 Stunden befand sich die Station an der vorgesehenen Stelle am Raumschiff. Danach liessen sie das Schiff zur Einhorn treiben. Die Androiden waren schon an der Magnetklammer positioniert so das sie das Schiff nur in die richtige Stellung bringen mussten damit die Androiden die Klammer anbringen konnten. Danach nahm er Spark mit an Bord und liess ihn eine der Kammern für sich einrichten. An Bord der Station funktionierte der grösste Teil der Anlagen vollautomatisch und der eigentliche Zweck der Station war die Mannschaften von den Vibrationen bei der Verarbeitung der gefundenen Mineralien und Metalle zu schützen. Spark richtete eine Comverbindung ein über die er die Station überwachen konnte während Tramp Wasser zwischen die beiden Schiffe pumpte um die durch das sich bildende Eis die Schiffe fest miteinander zu verbinden. Er konnte zwar nicht so stark beschleunigen wie normal , aber der Überlichtantrieb erzeugte ein genügend großes Feld das beide Schiffe umgab. Spark schlief die ersten zwei Tage an Bord durch und danach ließ er sich von Tramp das Schiff zeigen. Jetzt erklärte Spark ihm auch warum er so erstaunt über die Geschwindigkeit der Einhorn war. Der Junge stammte von einem Volk ab, das Askalan genannt wurde und bereits seit mehreren Tausen Erdjahren Raumfahrt betrieb. Woher die Technologie kam wussten sie nicht, hatten allerdings auch wenig Interesse an ihrer Weiterentwicklung. Die Schiffe waren um ein vielfaches schneller als die Einhorn, aber die Kommunikationseinrichtungen befanden sich auf einem sehr niedrigen Niveau, so das Spark noch drei Jahre hätte warten müssen bis der Notruf seinen Planeten erreicht hätte. Insgesamt besaßen die Askalan sechs Schiffe für Bergbauzwecke, und hatten gelernt beschädigte oder verbrauchte Teile zu ersetzen. Aber der Gesamtzusammenhang der Technologie und der Physik war ihnen fremd geblieben. Auf dem Planeten selbst galten strenge Regeln für die Verwendung von Technologie und die Askalan von aussen betrachtet, glichen eher einem Volk von Nomaden. Die Städte waren in sich abgeschlossene Systeme zu denen sich die Askalan auf Wanderschaft begaben. Die Natur war in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben und bildete die Lebensgrundlage für die Askalan. Spark hatte früher einmal mit Menschen zu tun gehabt und war nicht so jung wie es zuerst den Anschein hatte, nach Erdzeit musste er etwa 35 Jahre alt sein wobei er vom Aussehen her einem etwa einem 21jährigen glich. Die Menschen mit denen er zu tun hatte waren Händler gewesen die Waren eintauschen wollten, mussten aber schließlich feststellen das sämtliche Nahrung der Askalan für Menschen ungenießbar waren und der Planet aufgrund der Atmosphärezusammensetzung auch nicht für menschliche Siedler geeignet war. Als seine Schwester den Regenerationstank verließ war Tramp äusserst erstaunt über seine Reaktionen auf die Frau, als hätte irgend etwas von ihm Besitz ergriffen, wurde sein Verhalten gesteuert. Spark machte sich etwas darüber lustig und meinte nur sie wäre schon immer ein wenig egoistisch gewesen. Äusserlich war an ihr eigentlich nichts besonders aber die Art wie sie sich bewegte machte Tramp doch sehr zu schaffen. Als sie den Planeten erreichten mussten sie sich mit einem Shuttle auf die Oberfläche begeben, da keinerlei Funkkontakt existierte. Spark meinte dazu, das das normal sei und da sie vor dem eigentlichen Termin zurückgekehrt waren würden sie auch nicht erwartet werden. Die Stadt war riesig und sogar aus dem All zu erkennen. Der Planet hatte etwa 500 Millionen Einwohner die sich auf sechs Städte verteilten. Spark ließ Tramp den Shuttle vor einem der Tore landen und wartete erst einmal ab ob Tramp die Atmosphäre auf dem Planeten ertrug. Sie hatten vorher mit dem Atemgerät probiert und ausser einem metallischen Geschmack und einem leichten Geruch nach Ammoniak war es für Tramp ganz annehmbar. Als sie die Stadt durch die riesigen Tore betraten war er erstaunt über die architektonische Vielfalt die trotz des einförmigen Aufbaus der Stadt vorherrschte. Kaum ein Gebäude glich dem anderen und auch liessen sich keine Anzeichen eines Verfalls erkennen. Sie mussten sich zum Shuttleport der Askalan eins der üblichen Taxis nehmen dessen Fahrer Spark, wie Tramp fand, etwas grob davon abbringen musste das Taxi irgendwo gegenzufahren, weil er über Tramp sehr erstaunt war und mehr auf ihn als auf die Strasse achtete. Als sie den Shuttleport erreichten konnte Spark auch endlich die verbliebenen Mitglieder seiner Familie informieren. Das Kommunikationssystem der Askalan war etwas undurchsichtig aufgebaut, aber da Spark völlig ruhig agierte hatte das wohl seine Gründe. Sparks restliche Familie befand sich nicht in dieser Stadt so das sie sich wieder zum Shuttle bringen lassen mussten. Der Fahrer hatte sich inzwischen beruhigt und fing mit Spark und seiner Schwester eine angeregte Unterhaltung an. Tramp konnte sich nun die Stadt genauer ansehen. Die Transportwege waren in mehrere Kategorien eingeteilt die sich auf mechanische und tierische Transportmittel bezogen. Die Askalan hatten zentrale Verteilstationen eingerichtet die von riesigen Arbeitstieren mit Lebensmitteln und Handelsware beliefert wurden. Von dort aus wurden die die kleineren Läden mit mechanischen Transportern beliefert. Abfälle wurden unterirdisch gesammelt und säuberlich getrennt. Auffällig war die enorme Sauberkeit der Stadt, als würde nachts jemand mit einem riesigen Staubsauger sämtlichen Unrat aufsaugen. Ganz falsch lag Tramp mit seiner Vermutung nicht, aber das stellte er erst später fest. Nachdem das Taxi sie wieder beim Shuttle abgesetzt hatte und sie die Neugierigen etwas beiseite gedrängt hatten, starteten sie in Richtung der Stadt in der Sparks Familie ihr Quartier aufgeschlagen hatte. Die Askalan bekamen ihre Wanderroute so zugeteilt, das immer ein stetiger Fluß in den Städten war. Das förderte zum einen die Kommunikationsbereitschaft, zum anderen wurden die Gebäude immer auf den neuesten Stand gehalten so das niemand auf Komfort und Sauberkeit verzichten mußte. Durch die stetige Wanderschaft war es kaum nötig ein komplexes Netz an Informationsverteilern zu betreiben. Die öffentliche Kommunikation beschränkte sich auf allgemeine Themen wie Staus und Unfälle und andere Hindernisse bei der Wanderschaft. Auch hatten die Askalan keine hierarchische Regierung die irgendwelchen äußeren Einflüßen Rechnung tragen mußte. Insgesamt entstand dadurch eine sehr familiäre Atmosphäre unter den Askalan. Tramp liess sich alles notwendige von Spark erklären um das Gesehene richtig einzuordnen. Sparks Schwester machte einige anzügliche Bemerkungen über die vielen Fragen die Tramp stellte, ließ sich dabei aber anmerken das ihr das gefiel. Nachdem sie in der Stadt eingetroffen waren wurden sie von Sparks Familie in Empfang genommen und Tramp hunderte Male in die Arme geschlossen. Spark musste mehrere Stunden lang die ganze Geschichte erzählen und dabei Tramps Lebensgeschichte vor ihnen ausbreiten um zu verhindern das sie ihn für ein übernatürliches Wesen hielten. Tramp seinerseits liess sich die Geschichte der Askalan erzählen die bereits in dieser Form mehrere hunderttausend Erdenjahre währte. Ursprünglich hatte es mehrere Völker auf dem Planeten gegeben, aber durch eine Veränderung der Atmosphäre kam es zu einer starken Selektion der eine mehrere tausend Jahre andauernde Elendsphase folgte. So entstand irgendwann durch Anpassung das Volk der Askalan. Die Raumfahrttechnologie und viele der anderen technischen Errungenschaften waren noch von den alten Völkern entwickelt und durch Überlieferung weitergegeben worden. Tramp entwickelte langsam ein Gespür dafür wo und warum die Askalan in die Falle gegangen waren. Im Prinzip war es so etwas wie ein schlafender Planet der eine Initialzündung brauchte um sich aus der Endlosschleife eines vorprogrammierten Lebens zu lösen. Nicht das er die Verhaltensweisen für falsch hielt aber sollten äussere Einflüße auf den Planeten einwirken, war von den Askalan keine gravierende Reaktion zu erwarten. Das repräsentierten auch einige der Denkweisen die Spark auf dem Asteroiden gezeigt hatte. Tramp beschloss sich auf dem Planeten umzusehen und nach Möglichkeiten zu suchen die Askalan in das Händlernetz der Tramp Gesellschaft einzubinden. Als es schliesslich Nacht wurde störte ein merkwürdiges Geräusch die nächtliche Ruhe. Er ging zum Fenster und auf der Strasse bewegte sich tatsächlich eine Art monströser Staubsauger der die Strasse reinigte. Er unterbreitete sein Anliegen und nach einigen Debatten zwischen Spark, seiner Schwester und den Verwandten über den Ablauf einer solchen Aktion willigte Spark schliesslich ein ihn auf dem Planeten zu begleiten und die wesentlichen Gebiete vorzustellen die für die Tramp Handelsgesellschaft interessant sein mochten. Tramp liess sich das Auftreten der ersten Händler schildern um etwa abzuschätzen ob sich die Askalan die Mühe gemacht hatten sich entsprechend zu repräsentieren, aber es hatte den Anschein als hätte man die Händler sich selbst und ihrer Neugier überlassen. Tramp liess sich noch in der Nacht einige der verfügbaren Lebensmittel aushändigen und kehrte völlig erschöpft zur Einhorn zurück. In den nächsten Standardzyklen untersuchte er alles was die Askalan ihm mitgegeben hatten auf ihre Verwendung. Die meisten der Lebensmittel waren durch eine Art Bakterien verseucht die die ein symbiotisches Verhältnis mit ihrem Wirt eingegangen waren und deren Rückstande für den menschlichen Organismus unverdaulich war und zu erheblichen Beschwerden führte. Durch die Bakterien liess sich auch der Ammoniakanteil der Atmosphäre erklären. Die einzigen davon nicht betroffenen Lebewesen waren Fische und eine Vitaminreiche Algenart. Das war das erste was die Askalan nun auf der Habenseite für sich verbuchen konnte. Tierische Lebensmittel waren sehr begehrt, da sie im Verhälnis zur Masse einen hohen Nährwert hatten. Allerdings konnte man nicht soviel Biomasse aus einem Planetensystem entfernen wie man wollte, so das die von ihm geschätzte Menge kaum ein achtel der Ladekapazität der Einhorn betragen würde. Im Gegenzug musste er etwas anbieten das zu einem Ausgleich führte. Damit hatte er den notwendigen Ansatz gefunden. Tramp kehrte noch einmal auf den Planeten zurück und übergab Spark ein kleines Skript das die notwendigen Maßnahmen beinhaltete um eine Handelsstation zu eröffnen. Damit sollte Spark oder ein Verantwortlicher sich ausweisen falls er selbst nicht in der Lage war den Planeten erneut zu besuchen. In erster Linie würde das weniger ihm nutzen als den Askalan aber wer konnte schon im voraus wissen wie sich so etwas etwickelte. Tramp beschloss seine nächsten Kontrakte auszuführen und dann den Planeten erneut zu besuchen. Spark erklärte ihm das Kommunikationssystem der Askalan, damit er ihn finden konnte wenn er zurückkehrte. Auf alle Fälle hatte Tramp erst einmal genug Material um der Tramp Gesellschaft eine neue Handelsroute hinzuzufügen. Im allgemeinen liefen solche Ereignisse ähnlich ab. Das neue Lebensformen entdeckt wurden war häufiger der Fall und das die Informationen darüber nicht bekannt gemacht wurden lag nicht am bösen Willen sondern schlicht und ergreifend an der politischen Lage und den grossen Distanzen im Weltall. Immer wieder versuchten auch Gesellschaften Routen die nur sie kannten zu verkaufen, wenn sich etwas nicht rechnete aber im allgemeinen war genau das der Grund warum sich niemand allzusehr dafür interessierte. Die Technologie der Askalan wäre der nächste Faktor auf Tramps Liste der interessant war, aber da er keine Erfahrung mit dieser Art von Technologie hatte und die Askalan nach überlieferten Bauplänen arbeiteten, musste er das Thema hintenan stellen. Für die Tramp Gesellschaft allein würde es wenig Sinn machen eine solche Technologie einzusetzen da sie erst angepasst werden musste an das System der Koyahaga Gesellschaft und der Zeitraum einer solchen Standardisiering war einfach zu lang um sich selbst damit zu beschäftigen. Für den Bau eines Raumschiffes mit dem er Spark aufgegriffen hatte benötigten die Askalan fast zehn Standardjahre und dazu war die gesamte Technologie ziemlich einfach gehalten, was den heutigen Belastungen nicht genügte.

 

Tramp wickelte nach dem Besuch auf dem Planeten der Askalan einige Geschäfte ab, mit denen er das Askalan Projekt finanzieren wollte. Der Planet der Askalan befand sich etwa 5 Lichtjahre neben einer der am wenigsten benutzten Handelsrouten der Koyahaga Gesellschaft. Die Planeten die über diese Route angebunden waren, hatten auch die Händler geschickt die vor Tramp bei den Askalan gelandet waren, aber offenbar hatten diese nicht die genügende Erfahrung um die Informationen auszuwerten. Tramp beschloss ihnen vorher einen Besuch abzustatten.

 

Die vier Planeten des Systems lagen nahezu auf der gleichen Kreisbahn um die Sonne und hatten obwohl ihre Grösse stark differierte, ähnliche Schwerkraftverhältnisse lagen aber im Mittel bei etwa 80% der Erdschwerkraft. Die Siedler hatten eine der grössten Umsiedlungsaktionen hinter sich, die jemals stattgefunden hatte. Ingesamt waren vor etwa 90 Jahren fast eineinhalb Milliarden Menschen aus den asiatischen Bereichen der Erde umgesiedelt worden um eine schnellere Entlastung der Erde zu erreichen. Es wurden dabei 10 000 Schiffe doppelt so groß wie die Einhorn eingesetzt die danach an Handelsorganisationen und einzelne Firmen verkauft wurden, und die auf eigene Rechnung ihre Handelswege ausbauen sollten. Viele von diesen Firmen scheiterten oder verschwanden einfach. Tramp hatte sich einmal die Mühe gemacht die einzelnen Planeten die schon besiedelt waren aufzulisten , hatte dann aber aufgegeben da sich viele der Informationen wiedersprachen oder vielen Planeten identische Informationen zugeordnet waren. New Asia war auf Anhieb ein Erfolg geworden da die vier Planeten obwohl sie steril waren eine ausreichende Menge an Wasser besaßen. Jeder der Planeten hatte nur einen Kontinent und diverse kleinere Inseln etwa halb so gross wie Australien. Mit den optischen Geräten an Bord der Einhorn konnte er einen regen Betrieb auf dem Wasser des ersten Planeten erkennen. Die Landflächen waren zu einer Hälfte bewirtschaftet und die andere Hälfte hatte man der Natur selbst überlassen. In den Handelsregistern tauchte New Asia als Nahrungslieferant und Abnehmer von high End Düngemitteln auf, die sich vollständig verwerten liessen. Tramp meldete sich am Orbiter an und holte sich die Erlaubnis um seinen eigenen Shuttle zu benutzen. Da er wirtschaftliche Interessen hatte, war das nur eine Formalität. Die Städte hiessen völlig anders als auf der Erde was ihm ein wenig die Orientierung erschwerte, aber nach einer Weile legte sich das. Tramp war zwar eindeutig Nordeuropäer aber die Menschen nahmen bis auf die Kinder kaum Notiz von ihm. Gelegentlich wurde ihm von Händlern eine Gegenfrage gestellt woher er stamme, aber damit hatte es sich dann. Er suchte eine Reihe von lange lagerfähigen Gütern aus, für die er nach dem Besuch der Askalan einige Abnehmer wusste. Nach den Umsiedlungsaktionen hatte die Aggressivität der Menschen deutlich nachgelassen was sich positiv auf Tramps Gemütszustand auswirkte. Er hatte sich für die Erkundung des Systems etwa 6 Standardmonate Zeit zugebilligt und würde dann nach insgesamt 2 Jahren auf den Planeten der Askalan zurückekhren. Er malte sich aber keine grössen Erfolgsaussichten aus bei einer solchen Konkurrenz Ware von den Askalan zu für ihn günstigen Preisen abzusetzen. Tramp unternahm einige Reisen mit den riesigen Schiffen die er vom Raum aus gesehen hatte und entspannte sich.

 

Auf Askalan landete Tramp bei der nächstbesten Stadt, da nicht wusste wo sich Spark und seine Familie jetzt aufhielten. Das Kommunikationssystem funktionierte nach Art des alten Postsystems, war aber aufgrund der elektronischen Übermittlung wesentlich effizienter und energiesparender . Tramp brauchte nur Sparks Kennung einzugeben und den Code den sie ausgemacht hatten, und dann musste er nur warten. Er verursachte dabei einen kleinen Auflauf von Neugierigen der sich aber bald zerstreute, als er mit ein paar Brocken der Sprache die er von Sparks Schwester gelernt hatte, seine Anwesenheit erklärte. Da es keine offiziellen Vertreter eines Staates gab und die Leute offensichtlich sofort die Informationen die er ihnen gab, weiterreichten, hielt sich die Neugier danach in sehr erträglichen Grenzen. Spark hatte ihm beschrieben das er unter Umständen mehrere Stunden warten musste, bis er ihm antwortete. Allerdings hatte er nicht damit gerechnet das Sparks Schwester plötzlich vor ihm stand und ihn wüst beschimpfte, er verstand kaum was sie sagte, aber als sie sanft seine Hand ergriff, verstand er das das eine Möglichkeit war, seiner Umwelt zu signalisieren das sie jetzt die Verantwortung für ihn zu übernehmen gedachte. Sparks Schwester hatte einen unausprechlichen Namen, für den ihm bei ihrer ersten Begegnung nichts passendes einfiel. Aber jetzt unter dem Licht der Sonne, fiel ihm der Farbton ihrer Augen auf und beschloß sie Amber zu nennen. Während der Zeit auf dem Schiff, unter der künstlichen Beleuchtung waren sie ihm golden erschienen. Während sie ihm erklärte was sie als nächstes zu tun gedachte war er sofort wieder in den Bann ihrer Körpersprache geraten, so das ihre Worte für ihn nicht mehr mit dem Bild das er sah in Zusammenhang standen. Als sie sah das er ihr überhaupt nicht zuhörte, verpasste sie ihm eine rekordverdächtige Ohrfeige, so das er auf der Stelle von allen wesentlichen Gedanken befreit und endlich in der Lage war den gesprochen Worten des Mädchens zu folgen. Demnach war sie zufällig in der Nähe als sie von Spark die Nachricht erhielt, das Tramp wieder auf dem Planeten war. Amber erzählte ihm auf der Fahrt mit dem Taxi, das sie alles mögliche vorbereitet hatten um ihm möglichst viel von den Askalan und dem Planeten zu zeigen. Als sie auf Spark trafen war der etwas zurückhaltender als seine Schwester und etwas angespannt. Allerdings liess seine Anspannung nach als sie nach der ausführlichen Begrüßung sich zusammensetzen konnten und Tramp ihm die Situation darlegte. Die Askalan brauchten keine grossen Befürchtungen zu haben, das sich an ihrer Lebensweise radikal etwas ändern würde, was im wesentlichen an den Bakterien lag die Tramp beim ersten Besuch entdeckt hatte. Tramp erklärte ihm, das im wesentlichen der Bedarf gedeckt sei aber man könne nie wissen wozu ein Handelsplatz nützlich sei. Zumindest waren die Askalan in der Lage etwas anzubieten und das was Tramp brauchte waren einige Informationen über die Wirkungsweise des Staatssystems. Er erklärte Spark auch das die von den von den Askalan verwendete Technologie einmal einen wesentlichen Faktor darstellen konnte aber Tramp sich nicht sicher war ob die beiden das noch selbst erleben würden. Spark seinerseits hatte einige Reisen vorbereitet um Tramp die verschiedenen Erzeugnisse und ihren Ursprungsort zu zeigen. Spark hatte etwas die Standardsprache geübt so das die Verständigung noch besser klappte als beim letzten Mal. Als sie zwei Tage später aufbrachen, benutzten sie hauptsächlich die öffentlichen Verkehrsmittel. Tramp konnte sich so ein vollständigeres Bild als bei seinem ersten, durch die Ereignisse etwas beeinflußten Besuch, machen. Als er Spark auf die Anspannung ansprach , die er verspürte erleuterte dieser ihm das er verheiratet werden sollte und das diese Heirat nicht unbedingt seinen Wünschen entsprach. Die Familie aus der die Frau stammte war allgemein als schwierig bekannt und er hatte wenig Lust sich in Probleme zu stürzen die seinen eigenen Absichten im Wege standen. Tramp ließ sich darauf nicht weiter ein aber merkte sich das Thema vor, da er das auch von den Menschen seines Heimatplaneten kannte. Die Besuche die sie machten hätten auch auf der Erde stattfinden können und waren von der Konzeption her wie ein Theaterstück angelegt, nur das die Protagonisten sich selbst darstellten und die Situation äußerst real war. Im Unterbewußtsein der Askalan mußte es also schon ein Szenario geben auf das sich ihre Offenheit bezog. Tramp ging nicht weiter darauf ein und vervollständigte seine Notizen um einige Faktoren die den Askalan spätere Auseinandersetzungen um ihre Lebensweise ersparen würde. Keine der angebotenen Waren würde den Bedürfnissen menschlicher Siedler genügen, aber das war bei einer langfristigen Einbindung der Askalan auch eher nebensächlich. Spark hatte sich sehr gut auf Tramps Rückkehr vorbereitet und das vorgestellte vermittelte ihm ein exquisites Bild von den Askalan. Notwendigerweise musste er alles mögliche ablehnen was ihm als Muster angeboten wurde, notierte sich aber alles, da sich bei ihm langsam das Bild einer weiteren im Weltraum aktiven Rasse oder Lebensform entstand. Sollten die Askalan einmal den Planeten verlassen, konnten die Erfahrungen der Menschen eine Richtschnur sein die ihnen einige der üblichen Fehler ersparte. Tramp beschloß für sich die Ergebnisse dieses zweiten Zusammentreffens vorerst geheim zu halten. Nach menschlichen Maßstäben waren andere Lebensformen eindeutig untergeordnet, was aber lediglich an den Erziehungsstrukturen der alten Erde lag. In jüngeren Jahren, als Tramp sich noch mit den theoretischen Grundlagen menschlicher Gemeinschaften auseinandersetzte, war er auf durchaus intelligente aber unrealistische Ideologien über die Abläufe innerhalb von Gemeinschaften gestoßen, die im Verlauf seiner eigenen Ausbildung als Rechenbeispiele dienen konnten um bestimmte Verhaltensmuster zu umgehen. Allerdings hatte wohl niemand bei seiner Ausbildung daran gedacht das sich diese Methoden auch auf nichtmenschliche Lebensformen anwenden ließen.

 

 

 

 

 

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