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Die Sonnensegler

 

Der erste Flug mit der Dragon( von den Askalan, nach Plänen von Tramp die er während seinen Raumreisen ausgearbeitet hatte, gebaut) brachte Tramp und Shyana weit von den Systemen weg die sie bisher gemeinsam erkundet hatten. Selbst das Licht der Milchstraße war weder mit den bloßen Augen noch mit den Geräten an Bord der Dragon zu erfassen. Shyana hatte in der Datenbank die sie noch immer seit dem ersten Abenteuer mit den Lords bei sich hatte und von Zeit zu Zeit befragte, etwas über eine Lebensform gefunden die den Menschen sehr ähnlich war und ohne einen eigenen Planeten in einer sehr isolierten Galaxie lebte. Shyana und Tramp hatten sich aus der Tramp Gesellschaft zurückgezogen um auf Erkundungsreise zu gehen. Sie waren dazu übergegangen nach neuen Technologien zu suchen die sie verkaufen konnten. Die Dragon konnte innerhalb eines Monats die Distanz von mehreren hunderttausend Lichtjahren überwinden, allerdings unterschied sich die Technologie stark von denen der Raumschiffe die er bisher geflogen hatte. Tramp und Shyana hatten sich von den Askalan ein halbes Jahr ausbilden lassen um das Schiff kennenzulernen. Die ersten Sprünge die sie machten, waren nicht sehr genau, so das sie einmal beinahe in einer Sonne gelandet wären und ein anderes Mal irgendwo im leeren Raum zwischen den Galaxien völlig die Orientierung verloren hatten. Durch die hohe Geschwindigkeit der Dragon war das aber nicht weiter schwerwiegend, obwohl die beiden sich sehr erschreckt hatten. Die Dragon erreichten das in der Datenbank beschriebene System nach etwa 9 Monaten und hatten durch die neue Navigationstechnik der Askalan über 2000 Milliarden Lichtjahre zurückgelegt. Die Galaxie hatte einen Durchmesser von etwa 300.000 Lichtjahren und 8 sehr regelmäßig geformte Spiralarme. Der Beschreibung in der Datenbank konnte man ausser einigen Angaben über die Physiologie der Lebensform nichts weiter entnehmen. Auch war nicht beschrieben wo sich der Planet befand nach dem sie suchen mussten. Aufgefallen war Shyana das System, weil es unter der Rubrik raumfahrender Lebensformen aufgeführt war. Tramp veringerte die Geschwindigkeit der Dragon so das sie sich langsam an die Galaxie anäherten. Die Galaxie selbst war schon etwas besonderes , denn es befand sich keine Materie zwischen den Spiralarmen. Ausserdem war die Rotationsgeschwidigkeit sehr viel höher als gewöhnlich. Tramp beschloß die Galaxie von der Mitte aus zu erforschen und jeden der Arme nacheinander der Länge nach zu erforschen. Er stellte das automatische Erfassungssystem für Planeten ein, das jede der Sonnen erfasste und Unregelmässigkeiten in der Rotation, die auf Planeten schließen ließ markierte, was ihm die Suche nach Planeten vereinfachen würde. Bei der Betrachtung der Sonnen durch die optischen Einrichtungen fiel ihm gelegentlich ein leichtes Funkeln auf, das er sich nicht erklären konnte. Als die Datenbank der Dragon die ersten Sonnensysteme auswarf, richtete Tramp die Antennen aus und suchte die Frequenzen für terrestrischen Funk ab, konnte aber nur sporadisch ungerichtete Signale auffangen. Nachdem die Routineuntersuchungen nichts verwertbares brachten, ließ er sich auf seine Neugier ein und beschloß dem Funkeln das sie entdeckt hatten, auf den Grund zu gehen. Sie steuerten das nächstgelegene System in dem er das Funkeln gesehen hatte an und suchten dort nach dem Ursprung. Shyana entdeckte die Schiffe zuerst und stieß dabei einen spitzen Schrei aus. Das was sie sah war ein beindruckendes Schauspiel von Licht und Bewegung. Es waren etwa 200 Raumfahrzeuge die ein kompliziertes Manöver vollführten. Während der Annäherung bildeten die Schiffe einen Kreis und ein Teil der Schiffe entfaltete riesige Sonnensegel mit denen sie beschleunigt wurden. Als sich der Ring öffnete reihte sich ein Schiff nach dem anderen in einer nicht ganz regelmässigen Kette auf, und nahm danach eine andere Umlaufbahn um die Sonne ein. Die Schiffe drifteten dabei auseinander, so das Tramp und Shyana sich eins der Schiffe aussuchen mussten, das sie ansprechen wollten. Als sie näher kamen konnten sie auch die Konstruktion besser erkennen. Der Rumpf bestand aus einer Kugel die scheinbar ohne direkte Verbindung von einem Ring umgeben war. An dem Ring waren die Sonnensegel befestigt, die sich jetzt langsam zusammenfalteten. Die Kugel leuchtete Kobaltblau währen der Ring silbrig glänzte. Die Segel spiegelten leicht durchsichtig in verschiedenen Goldtönen. Shyana erklärte Tramp das sie in den alten Sagen ihres Volkes von dieser Lebensform gehört hatte und das diese sehr mächtig waren. Tramp passte die Geschwindigkeit und den Kurs der Dragon an damit sie in einen Shuttle steigen konnten um sich bemerkbar zu machen. Auf den Funkfrequenzen ließ sich keine Kommunikation herstellen. Tramp und Shyana umrundeten das mehrere Kilomter grosse Gebilde ein paar Mal, konnten aber keine Möglichkeit entdecken, hinein zu gelangen. Schliesslich öffnete sich an der Oberseite ein Teil der Kugel, was die beiden als formelle Einladung auffassten. Der Hangar war so groß das etwa zwanzig Shuttles darin Platz gefunden hätten, und sie konnten im Anflug schon erkennen das fast alle Plätze mit kleinen Raumschiffen besetzt waren. Tramp steuerte den Shuttle langsam hinein und setzte ihn auf einem Platz ab der von einigen blinkenden Lichtern gekennzeichnet war. Langsam schloß sich die Kugel wieder und ein leises, langsam lauter werdendes Rauschen zeigte an, das sich der Hangar langsam mit Luft füllte. Die Aussensensoren des Shuttles zeigten ein fast ideales atembares Gemisch von Sauerstoff und Stickstoff an, das kaum verunreinigt war. Shyana hatte es richtig eilig hinaus zu gelangen und war kaum das Tramp sich von der atembarkeit der Atmosphäre überzeugt hatte, aus dem Shuttle gesprungen. Allerdings mußten sie sich ihren Weg allein suchen, da sich kein Begrüssungskommitee zeigte. Sie suchte nach einer Tür, aber die ersten beiden Öffnungen waren Lüftungsschächte. Schließlich fanden sie eine Tür die sich öffnen ließ und danach befanden sie sich direkt im inneren der Kugel, auf einem Balkon von dem aus sie das gesammte Innere der Kugel überblicken konnten. Das ganze glich einem riesigen Park in dem einzelne Gebäude verstreut waren. Sogar Fahrzeuge waren zu erkennen. Offensichtlich war hier wirklich eine starke Macht vertreten, denn wie Tramp und Shyana feststellten hatten sie festen Boden unter den Füssen, was auf künstliche Schwerkraft hindeutete. Lansam fing der Hangar an, sich noch weiter abzusenken, was vollig geräuschlos von statten ging. Nach ein paar Minuten erreichten sie die untere Ebene der Kugel, auf denen die Gebäude standen. Dort standen endlich ein paar menschenähnliche Wesen herum, die als sie sie bemerkten, offensichtlich freundlich auf sie zu kamen. Es waren großgewachsene Manner mit hellen Haaren und langen geflochtenen Bärten die ein wenig wild aussahen. Tramp fiel schlagartig ein Wort ein, das aus der Mythologie der alten Erde stammte. Walhalla.

Einer der Männer sprach Shyana an was sie aber als Geste auffasste etwas in ihrer Sprache zu sagen, um sich auf eine Sprache zu einigen. Shyana antwortete in der Sprache die ihm fremd war, aber wohl ihre ureigene Sprache darstellete. Der Mann verbeugte sich leicht und liess einen der anderen Männer vortreten, der in Shyanas Sprache die anderen vorstellte. Dann stellte Shyana Tramp vor. Was für ihn überraschend kam, war das einer der Männer eine Begrüssung in der Standardsprache aussprach und dann die anderen nochmals vorstellte. Tramp konnte sich kaum vorstellen das sich die Menschen schon so weit im Raum ausgebreitet hatten. Die Männer baten um Aufklärung was sie in diese Gegend des Weltalls geführt hatte, wobei Shyana ihre Fragen gewissenhaft beantwortete. Währendessen konnte Tramp sich in Ruhe umsehen. Die Kugel war von innen durchsichtig und ausser der untersten Ebene befanden sich mehrere Terassen an der Aussenhülle. Tramp sah sich auch die anderen Raumschiffe an die neben der Plattform standen. Sie waren ähnlich aufgebaut wie die grosse Kugel. Derjenige der Männer der sich mit Geled vorgestellt hatte, gesellte sich zu ihm und erklärte ihm den Aufbau der kleinen Raumschiffe und des Grossen. Was Tramp am meisten interessierte war die künstliche Schwerkraft und das merkwürdige Manöver das sie bei der Annäherung gesehen hatten Geled beantwortete die Fragen etwas allgemein und wies ihn darauf hin das er so kurz die Fragen nicht beantworten konnte und das er ihn und Shayana erst einmal kennenlernen wollte. Er fragte Tramp etwas vorsichtig nach ihren Absichten was Tramp aber ohne Zurückhaltung beantwortete, für ihn war kein Grund zur Zurückhaltung gegeben. Er erklärte Geled die Aufgabenstellung der Tramp Gesellschaft und erntete von Geled einige skeptische Blicke die Geled aber nicht weiter kommentierte. Sie begaben sich zurück zu Shyana und den anderen, die ihr Gespräch bendet hatten. Shyana verstellte sich etwas als sie mit ihm sprach, offensichtlich hatte das Gespräch das sie geführt hatte eine andere Bedeutung als sie zuerst annahm. Sie durften sich ein wenig bei den Kanduri, wie sie sich selbst nannten, umsehen, mussten aber ihr eigenes Schiff benutzen, da die Kanduri nicht auf Besucher eingestellt waren. Wie Tramp fand eine etwas merkwürdige Formulierung im Zusammenhang mit einem mehrere Kilometer grossen Raumschiff. Durch Shyanas Verhalten vorgewarnt äusserte er sich nicht weiter dazu und überließ Shyana die Führung. Sie verabredeten ein Funkzeichen damit sie sich über das weitere Vorgehen vorab einigen konnten, und Shyana und Tramp verliessen das Schiff der Kanduri auf dem gleichen Weg wie sie gekommen waren. An Bord des Shuttles fing Shyana in ihrer eigenen Sprache zu fluchen an. Etwas was Tramp nur selten erlebte und er musste dann als er den Grund erfuhr erstmal lachen. Irgendjemand wollte das Shyana ( beziehungsweise die Skyn ) hier aufkreutzte und hatte ihr die Information, wie vielen anderen ihrer Gruppe, untergejubelt. Shyana und Tramp sprachen das erste mal seit Jahren über die Skyn, ein Thema das Shyana sonst vermied. Für Shyana war die Auseinandersetzung mit Lebensformen die nicht zu den Skyn gehörten ein Teil einer Aufgabe die sie erhalten hatte um die Skyns von Einflüssen von außen zu schützen. Sie hatte Tramp auch nie verraten wo die Skyns zu finden waren, obwohl sie ein sehr starkes Vertrauensverhältnis aufgebaut hatten. Shyana war also so etwas wie eine Botschafterin der Skyns die gänzlich auf sich allein gestellt war. Tramp konnte sich vorstellen das bei den Eigenschaften die die Skyn hatten, das Ergebnis eines Kontakts mit anderen Lebensformen nicht immer angenehm war. Shyana berichtete ihm über den Inhalt des relativ kurzen Gesprächs; das die Kanduri vor langer Zeit durch Raumfahrt in diesem System gelandet und durch mehrere Unfälle ihrer Raumschiffe die um vieles größer waren als das Schiff in dessen Nähe sie sich jetzt befanden für ein paar Tausend Jahre Standardzeit in dieser Galaxie gestrandet. Die Kanduri waren über die ganze Galaxie verteilt und stellten neben mehreren Planeten bewohnenden Lebensformen die grösste Population der Galaxie. Die Kanduri waren eifrige Sammler von Informationen aus dem Weltraum und hatten Kontakte zu vielen anderen Völkern unter anderem auch zu den Skyn und einer Lebensform die Kontakte mit menschlichen Siedlern die ein ähnliches Schicksal wie die Kanduri erfahren hatten. Das Interesse der Kanduri war nicht sehr gross das System zu verlassen, da sich ihre Lebensweise an diese Galaxie angepasst hatte. Die Schiffe die Tramp und Shyana bei ihrem Anflug sahen vollzogen ein Beschleunigungsmanöver das mit Hilfe von Gravitationsprojektoren ausgeführt wurde. Die Kanduri waren einige Beziehungen eingegangen die ihnen auch ohne eigenes Interesse Reisen zu anderen Galaxien ermöglicht hatten und waren so nicht gerade gezwungen erneut intergalaktischen Raumflug zu betreiben. Viel mehr hatte das kurze Gespräch zwischen Shyana und den Kanduri nicht ergeben, ausser das sie als Gäste angesehen würden die von Zeit zu Zeit an einigen Aktivitäten und Gesprächen teilnehmen dürften. Shyana hatte ebenso wie Tramp ihre Interessen angegeben und fasste die Reaktionen darauf positiv auf. Tramp richtete sich innerlich darauf ein das diese Reise länger dauern würde als sie geplant hatten. An Bord der Dragon sichteten sie die Waren die sie auf die Reise mitgenommen hatten, die hauptsächlich aus diversen Kommunikationsgeräten bestanden und Fahrzeugen wie kleine Boote und Landfahrzeuge. Eigentlich hatten sie nicht damit gerechnet einer so hoch entwickelten Zivilisation zu begegnen. Nachdem die erste Aufregung sich gelegt hatte warteten beide sehr gespannt auf die nächste Reaktion der Kanduri und beobachteten die Manöver die das Schiff der Kanduri ausführte. Das Ausnutzen der Gravitation der Sonne und des Sonnenwinds war ein sehr altes Prinzip der Raumfahrt und auf der Erde zwar einige Male ausprobiert worden, eignete sich aber nicht für die menschlichen Vorhaben. Aufgrund der Zwangslage der Kanduri war es das einzig mögliche Raumfahrtkonzept.

 

Als die Kanduri sich wieder meldeten waren mehrere Tage vergangen und Shyana und Tramp hatten schon die Befürchtung das die Kanduri sich das alles anders überlegt hatten. Die langen Raumreisen verursachten immer ein leicht beklemmendes Gefühl bei der Kontaktaufnahme mit anderen Lebewesen. Als sie auf das Schiff der Kanduri zurückkehrten, wurden sie nur von Geled empfangen, der von seinen Leuten damit betraut worden war Shyana und Tramp durch das Schiff der Kanduri zu führen und ihnen die Bedürfnisse der Kanduri darzulegen. Tramp war ein solches Verfahren nicht neu und überließ es Shyana sich mit Geled auseinanderzusetzen. Gelegentlich musste er Shyanas Dominanz gegen sie auspielen. Tramp beschloß das Geschehen ein wenig mit Distanz zu betrachten. Shyana ging in der Rolle der Chefin richtig auf und ließ sich von Geled alle Einrichtungen des Raumschifs erklären , während Tramp nur gelegentlich einige Fragen stellen musste um sich ein vollständigeres Bild von der Technologie der Kanduri zu machen. Die Hülle des Raumschiffs bestand aus einem Kristall der extrem hart war und sich an der Oberfläche einer Flüssigkeit bildete. Im Ring der sich um die Kugel bewegte, waren diverse Gravitationsprojektoren eingebaut die es den Kanduri ermöglichte die Raumschiffe aneinander zu koppeln. Außerdem barg er die Segel mit denen sich die Raumschiffe durch den Raum bewegten. Das der Ring frei beweglich war erleichterte es die Segel optimal auszurichten. Die unterste Ebene der Kugel enthielt die zentrale Stadt mit allen Werkstätten und anderen zivilisatorischen Einrichtungen. Die Kanduri bevölkerten mehrere hundert Sonnensysteme die für ihre Art der Fortbewegung geeignet waren und es konnte passieren das die einzelnen Gruppen sich mehrere Jahrzehnte nicht begegneten. Deshalb wurde einmal im Jahrhundert ein Treffen der Sonnensegler abgehalten das mehrere Jahre dauerte und bei dem sich die Bevölkerung vermischte und neuformierte Gruppen bildete.

Tramp und Shyana waren gerade zu den Vorbereitungen des Treffens erschienen, was die Kanduri als besonderes Zeichen betrachteten. Die Energieversorgung war für Tramp undurchschaubar und ausserordentlich kompakt. Der grösste Teil der Energie wurde durch die Kugel selbst bereitgestellt die wie eine einzige Solarzelle wirkte. Das Kommunikationssystem der Kanduri war zyklisch aufgebaut und stellte eine Verbindung zwischen allen anderen Schiffen der Kanduri dar. Es glich etwas militärisch geprägten Kommandostrukturen enthielt aber keine Hierarchie oder Einschränkungen. Auf jedem Schiff konnten alle Informationen eines anderen Schiffes abgerufen werden. So waren die Kanduri in der Lage ihre Aktivitäten den Verhältnissen innerhalb und außerhalb der Raumschiffe anzupassen. Das Erscheinen der Dragon rief unter den Kanduri ein starkes Interesse hervor so das sie während der mehrtägigen Besichtigungstour ständig von neugierigen Blicken verfolgt wurde. Geled bat Shyana und Tramp schliesslich eine Legende zur Verfügung zu stellen, so das sich die Kanduri selbst informieren konnten. Das änderte zwar nicht viel an den neugierigen Blicken, ersparte aber Geled einige Fragen die ihm sogar in den Schlafperioden von den anderen Kanduri gestellt wurden. Geled schwankte ein wenig zwischen der Begeisterung für seine Rolle des Repräsentanten und dem Stress der die Neugier der Kanduri verursachte. Trotzdem konnten sich Shyana und Tramp ein sehr konkretes Bild von den Kanduri machen, mit dem sie ihre Aktivitäten planen konnten. Die Kanduri waren an der Schwelle zu einem Wechsel in den sich neue Kontakte zu anderen Lebensformen einpassen ließen um die Isolation der Kanduri ein wenig aufzulösen. Geled stellte auch die bisherigen Kontakte und Beziehungen zu anderen Lebensformen dar, die nicht immer friedlich verlaufen waren. Geled war es offensichtlich etwas peinlich das er bestimmte Bereiche des Raumschiffs nicht vorstellen durfte, in denen Tramp die Waffen der Kanduri vermutete. Shyana und Tramp luden Geled auch auf die Dragon ein um die Gespräche nicht zu einseitig zu gestalten und er willigte begeistert ein. Die Dragon war in ihrem Äusserem für menschliche Begriffe ein wenig erschreckend, da sie sehr zerklüftet war und einige Merkmale enthielt, die entfernt an ein Lebewesen erinnerte, das extremen Situationen ausgesetzt war. Die Innenräume der Dragon waren dagegen klar strukturiert. Der Platz den Shyana und Tramp zur Verfügung hatten umfasste drei Stockwerke mit einem Durchmesser von etwa 75 Metern in denen alle wesentlichen Funktionen straff gebündelt untergebracht waren. Tramp und Shyana hatten alles einbauen lassen das ihnen ermöglichte vielfältige Situationen denen sie begegnen würden, zu analysieren. Geled durfte auch die Waffen der Dragon besichtigen, die für ihn völlig neu und damit sehr interessant waren. Nachdem auch diese Besichtigungstour abgeschlossen war, liessen sie Geled noch die Waren besichtigen die sie an Bord hatten. Geled war sehr begeistert über die Waren und versprach den Kanduri eine Liste und die Anwendungsgebiete der Fahrzeuge und Kommunikatinseinrichtungen zu übergeben. Tramp und Shyana hatten auf ihren Reisen festgestellt das solche Dinge im allgemeinen fehlten und das auf den Planeten wenn sie eine gewisse Stufe der Stabilität erreicht hatten, Technologie als ein Rückschritt im Bewusstsein angesehen wurde. Geled wurde nachdem er die Waren gesehen und deren Funktion erfasst hatte, ein wenig gesprächiger und erzählte ihnen das die Kanduri durchaus auch bestimmte Planeten des System besiedelten deren Bevölkerungszahl sich aber in Grenzen hielt. Dort konnte man die Waren gut einsetzen. Da Tramp und Shyana eine gewisse Vorstellung von den Ergebnissen ihrer Reise hatten waren sie bereit den Kanduri die Waren zu überlassen ohne etwas dafür zu verlangen. Tramp machte Geled darauf aufmerksam das Shyana und er selbst etwa zwei Jahre unterwegs sein würden um die Dinge zu beschaffen für die die Kanduri Verwendung hatten und das sie auch für die Beschaffung etwas Zeit benötigten. Insgesamt wären sie etwa 5 Standardjahre unterwegs. Geled unterbreitete ihnen den Zeitplan der Kanduri nach dem im Augenblick verfahren wurde und sie entwickelten damit ein grobes Schema nach dem sie ihre eigenen Aktivitäten gestalten konnten. Tramp fiel auf, das Shyana mehr Interesse an den Kanduri hatte als sie sich anmerken lassen wollte, beschloss aber das mit Shyana allein zu regeln. Er unterbreitete allerdings den Vorschlag das Shyana bei den Kanduri bleiben könnte um sich genauer über die Bedürfnisse zu informieren. Sie hatten das bei ihren Planungen für diese Reise bereits als Möglichkeit abgesprochen für den Fall das sich die Dinge nicht so überschaubar gestalteten wie man es sich wünschte. Shyana verzog ein wenig das Gesicht ging dann aber sofort darauf ein. Tramp grinste ein wenig in sich hinein und bereitete sich darauf vor den Kanduri die Waren auszuhändigen. Shyana´s Gedanken in Bezug auf die Kanduri behielt sie zwar für sich, Tramp konnte aber merken das sie einen eigenen Plan verfolgte, den sie nicht preisgab. Das Gespräch das sie führten dauerte mehrere Tage und als Geled mit der Genehmigung der Kanduri wieder an Bord der Dragon erschien, war sie wie verwandelt und dann ging alles ganz schnell. Innerhalb weniger Tage hatten sie die Waren auf das Schiff der Kanduri gebracht und Tramp befand sich allein auf dem Rückweg in die Milchstrasse.

 

Lena hatte inzwischen den Orbiter vollständig in Betrieb genommen nachdem sie festgestellt hatte das er im Zentrum mehrerer Systeme eine Rolle spielen konnte, was es ihr ermöglichen würde eine kleine Handelsstation aufzubauen von der aus sie mit diesen Systemen Handel zu treiben. Das Treffen mit Gryff führte zu einer mehrjährigen Odyssee durch die Milchstrasse bei dem sie die Erfahrung machte, das Menschen mit einem sauberen Lebenslauf nicht immer den saubersten Charakter haben. Gryff hatte hinter ihrem Rücken mehrere Geschäfte auf ihre Kosten abgewickelt die sich sehr negativ auf ihre eigene Reputation auswirkten und sie zwang sich auf den Orbiter zurückzuziehen. Lena hatte inzwischen die Rechte an dem Orbiter erworben, da die Koyahaga keinen Sinn darin sah ein für die Gesellschaft unrentables Objekt zu finanzieren. Sie hatte mehrere Leute angeworben die sie für einen regulären Betrieb des Orbiters benötigte und sorgte mit der zentralen Position des Orbiters für eine zuverlässige Anbindung von fast zwanzig Systemen an ein autarkes Handelsnetz. Eines Tages erschien ein Raumschiff das eindeutig nicht menschlichen Ursprungs war und verursachte einige Aufregung auf dem Orbiter. Als der Pilot an Bord des Orbiters kam, traf es sie wie ein Schlag als sie den Chef der Tramp Handelsgesellschaft erkannte.

 

Tramp war in den Handelsverzeichnissen auf einen unabhängigen Handelsposten gestoßen, der fast alles anbot was die Kanduri erbeten hatten. Als er auf dem Orbiter ankam wurde er etwas reserviert empfangen, da es nicht üblich war, das Menschen Technologie von nichtmenschlichen Lebensformen benutzten. Einige der Bewohner des Orbiters gingen sogar dazu über ihn in unbeobachteten Augenblicken direkt anzugreifen. Nachdem er klargestellt hatte das er im Auftrag einer nichtmenschlichen Macht handelte, legte sich die Aufregung etwas. Lena beobachtete die Vorgänge auf dem Orbiter genau und hatte in etwa eine Vorstellung davon was sich dort abspielte. Die Situation war für sie nicht gerade das, was sie sich von einer Mannschaft erwünscht hatte, aber das waren die Risiken bei einer solchen Unternehmung. Tramp übergab den Verantwortlichen die Liste mit den benötigten Waren und den Preis den er dafür bezahlen wollte. Mit den Kanduri hatte er die Vereinbarung getroffen das Shyana während der Zeit seiner Abwesenheit einiges an Technologie zusammenstellen würde, die sich wahrscheinlich irgendwo einpassen liess.

 

Als er zur Chefin des Unternehmens gebeten wurde war er etwas erstaunt darüber, nahm aber das Angebot an, um sich nicht noch mehr Angriffen aussetzen zu müssen.

Tramp hatte selten das Vergnügen jemandem aus seiner Vergangenheit zu begegnen, der sich erfolgreich einer Einnahme seiner Persönlichkeit durch die profanen Dinge eines Planetenlebens widersetzt hatte. Als er der Chefin des Orbiters gegenübersaß dämmerte ihm langsam das aus dem Piloten von einst eine erfolgreiche Frau mittleren Alters geworden war. Das Gespräch lief am Anfang etwas schleppend da keiner der beiden Erfahrungen hatte wie man mit einer solchen Situation umging. Die Wahrscheinlichkeit sich in den Weiten des Weltalls mehrmals zu begegnen war ziemlich gering. Lena entschuldigte sich mehrfach für das etwas unangebrachte Verhalten ihres Personals, und lud ihn nun ihrerseits zum Essen ein. Über den Comport bestellte sie einen Tisch in einem der Restaurants des Orbiters. Irgendwie war sie stolz auf ihren geschäftlichen Erfolg und konnte diesen jetzt einmal jemandem präsentieren der sie von früher her kannte. Während des Essens kamen viele alte Erinnerungen wieder hoch und langsam entwickelte sich ein etwas entspannteres Gespräch zwischen den beiden. Der Aufbau des Orbiters war eine Sache von wenigen Jahren gewesen und die geschäftliche Entwicklung lief so gut das sie verschiedene Handelsorganisationen auf dem Orbiter vertrat, deren Aktivitäten sie mit ihrer Mannschaft koordinierte. Der Orbiter war ein zentraler Anlaufpunkt geworden, über den Waren verteilt wurden. Da der Orbiter einen autonomen Status hatte herrschte unter der Mannschaft eine besondere Atmosphäre und ein Gemeinschaftgefühl das Lena die Arbeit erleichterte. Allerdings hatte sie nicht mit solchen Reaktionen auf das Erscheinen der Dragon gerechnet. Tramp erinnerte sich auch das sie sich schon einmal getroffen hatten und das sie eigentlich verabredet waren und er diese Verabredung nicht eingehalten hatte. Lena war inzwischen eine gute Zuhörerin geworden und erfasste sofort das sie die Aktivitäten der Tramp Handelsgesellschaft falsch eingeschätzt hatte und das sie hier an jemanden geraten war der erheblichen Einfluß auf die Geschicke der Menschen hatte, ohne das diese allzuviel davon mitbekamen. Tramp lud sie zu einem Besuch auf der Dragon ein.

 

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